KI in Schweizer Büros oft ohne klare Regeln

28. Januar 2026 um 15:38
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Managing Director Peter Zanoni. Foto: HP Schweiz

Anwendungen mit KI sind in Schweizer Büros durchaus verbreitet. Eine Umfrage von HP zeigt aber auch: Noch nicht überall gibt es Regeln und adäquate Schulungen.

Jeder zweite Büroangestellte in der Schweiz nutzt mindestens einmal pro Woche KI-Tools. Allerdings haben nicht einmal 50% der hiesigen Unternehmen verbindliche Regeln zur KI-Nutzung definiert. Keine 20% schulen ihre Mitarbeitenden in der Anwendung von KI. Diese Ergebnisse liefert eine repräsentative Umfrage in der Deutschschweiz, die das Institut Marketagent für HP Schweiz durchgeführt hat.
Den Einsatz von KI am Arbeitsplatz bewerten drei Viertel als positiv. Ähnlich viele (71%) geben an, dass sie sich gut informiert fühlen beim Thema KI. Die häufigsten Anwendungen sind Recherche und Informationssuche (65%), Textarbeiten (63%) und Übersetzungen (47%). In der Umfrage blieb unberücksichtigt, ob die KI-Modelle im Browser oder auf dem lokalen PC laufen, sagte Marketagent-Geschäftsführer Roland Zeindler an einem Medienanlass auf Anfrage von inside-it.ch.

Firmendaten in öffentlichen KI-Modellen

Die verbreitete KI-Nutzung geschieht laut Umfrage mehrheitlich mit unkritischen Daten. Mindestens einmal pro Monat werden KI-Modelle von 59% mit allgemeinen Arbeitsinhalten oder Zusammenfassungen gefüttert. Ein Drittel (33%) lädt im gleichen Zeitraum interne Dokumente oder Verträge hoch und 27% geben sogar Kundendaten ein.
Laut Patrick Schläpfer, Principal Threat Researcher bei HP, müssen sich Unternehmen aktiv damit auseinandersetzen, welche Informationen in KI-Tools landen und welches Risiko damit einhergeht. "Neben klaren Richtlinien und Schulungen gehören dazu auch geeignete technische Vorkehrungen, etwa isolierte Umgebungen oder lokal gehostete KI-Lösungen zum Schutz sensibler Daten", schlägt er vor.
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Principal Threat Researcher Patrick Schläpfer. Foto: HP Schweiz

Richtlinien in jedem zweiten Betrieb

Rund die Hälfte der Büroangestellten berichten von klaren Richtlinien zur Nutzung von KI-Tools in ihrem Unternehmen, ergab die Umfrage. In der Finanzbranche verfügen knapp 70% über Regeln, bei IT- und Telekommunikationsfirmen sind es 65%. Im Gesundheitswesen hingegen gilt dies nur für 29%.
Das Wissen über den Umgang mit KI-Anwendungen habe sich die Mehrheit der Befragten selbst beigebracht. Laut Studie geben 45% an, dass ihr Unternehmen KI-Schulungen anbietet. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede in den verschiedenen Branchen: Führend ist das Finanzwesen, wo in 72% der Unternehmen KI-Schulungen stattfinden. Auch in der IT- und Telekommunikationsbranche wird eine Mehrheit (62%) der Mitarbeitenden im Umgang mit KI geschult. Das Gesundheitswesen wiederum hinkt hinterher mit einem Schulungsanteil von nur 25%.
"KI steigert Effizienz und Produktivität – aber nur, wenn Unternehmen auch die Spielregeln definieren", sagt Peter Zanoni, Managing Director HP Schweiz. "Gerade, weil KI sich rasant weiterentwickelt, braucht es regelmässige Schulungen und konsequent umgesetzte Schutzmassnahmen, damit KI im Arbeitsalltag sicher eingesetzt werden kann."
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