Knapp zwei Drittel der Schweizer Firmen von Cyber­angriffen betroffen

21. März 2023 um 13:12
  • security
  • studie
  • cisco
  • schweiz
image
Angriff und Verteidigung. Foto: Lou Levit / Unsplash

Für besseren Schutz sollen dieses Jahr die Cybersecurity-Budgets um 10% steigen.

Die Schweiz belegt im globalen Cybersecurity-Index Platz 42 und rangiert damit hinter Tansania und Nordmazedonien. Das betonte Mitte März FDP-Nationalrätin Doris Fiala gegenüber inside-it.ch.
So erstaunen die Ergebnisse des "Cisco Cybersecurity Readiness Index 2023" (PDF) nicht wirklich. Demnach waren 61% der befragten Schweizer Unternehmen im Jahr 2022 von einem Cybersecurity-Vorfall betroffen. Die drei meistgenannten Schadensfälle waren der Studie zufolge Malware (67%), Phishing (57%) und DDoS-Attacken (41%). Diese Ergebnisse fallen weder auf noch ab: Weltweit waren ebenfalls 60% der Unternehmen betroffen. Das zeigt, dass es den Cyberkriminellen recht egal sein dürfte, wo ein Unternehmen seinen Sitz hat. Eine offene Tür ist eine offene Tür.

In der Schweiz ist mehr Geld zu holen

Die Hälfte der betroffenen Unternehmen kostete den erlebten Cyberangriff mindestens eine halbe Million Dollar. Das liegt über den durchschnittlichen weltweiten Aufwänden von mindestens 300'000 Dollar. Dieser Unterschied zeigt dann doch noch einen Unterschied auf: Die Angreifer wissen, bei wem mehr Geld zu holen ist.
Besserung ist indes nicht in Sicht: In der Schweiz erwarten 80% der Befragten in den nächsten 1 bis 2 Jahren, dass ihre Geschäfte durch Cyberkriminalität beeinträchtigt werden. Unter anderem deshalb wollen 80% der Unternehmen ihre Cybersecurity-Budgets um 10% erhöhen.

Nur jedes 10. Unternehmen ist genügend geschützt

Die Studienergebnisse bestätigen das Ranking der Schweiz im globalen Cybersecurity-Index. Gerade mal 9% erreichen hierzulande den höchsten Reifegrad beim Schutz gegen moderne Sicherheitsrisiken. Das entspreche dem europäischen Durchschnitt, schreiben die Studienautoren dazu. Weltweit rangiert die Schweiz damit auf Platz 18 von 27.
Auffällig ist, dass Schwellenländer wie Indonesien (39%), die Philippinen, Thailand (je 27%) oder Brasilien (26%) deutlich besser abschneiden als Deutschland und England (je 17%), die USA (13%), Japan (5%) oder eben die Schweiz.
Ein Grund dafür könne sein, so die Studienautoren, dass Unternehmen in Schwellenländern erst vor Kurzem mit der Digitalisierung begonnen hätten und somit keine Altsysteme pflegen müssten.

Zur Studie

Die Studie wurde in 27 Ländern weltweit durchgeführt. In Online- und Telefoninterviews wurden 6700 Cybersecurity-Spezialistinnen und -Spezialisten befragt, die für private Unternehmen tätig sind. In der Schweiz wurden Expertinnen und Experten aus 200 Unternehmen interviewt.


Loading

Mehr zum Thema

image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026
image

Github verschärft npm-Sicherheitsstandards

Künftig werden Installationsskripte sowie bestimmte Abhängigkeiten standardmässig blockiert und nur noch nach expliziter Freigabe ausgeführt.

publiziert am 11.6.2026
image

Servicenow meldet Sicherheitsproblem

Der Softwarekonzern hat eine Sicherheitslücke in seiner Cloud-Plattform geschlossen. Zuvor war ein unautorisierter Zugriff auf Servicenow-Instanzen möglich gewesen.

publiziert am 10.6.2026
image

Anthropic lanciert Claude Fable 5 für alle Nutzer

Parallel dazu startet mit Claude Mythos 5 eine Variante mit erweiterten Cybersecurity-Fähigkeiten, die zunächst nur ausgewählten Organisationen zugänglich ist.

publiziert am 10.6.2026