"Bei Cybersicherheit liegt die Schweiz hinter Tansania"

15. März 2023 um 14:44
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FDP-Nationalrätin Doris Fiala. Foto: Parlament.ch

Heute vor einem Jahr wurde die parlamentarische Gruppe Cyber gegründet. Wir haben Co-Präsidentin Doris Fiala gefragt, was sich in dieser Zeit punkto Cybersecurity verbessert hat.

Mit viel Tamtam wurde am 15. März 2022 die parlamentarische Gruppe Cyber gegründet. Sinn und Zweck der überparteilichen Gruppierung ist die Vernetzung von Politik, Industrie und Wirtschaft rund um das Thema Cybersicherheit.
Auf Nachfrage von inside-it.ch sagte Co-Präsidentin Doris Fiala, es sei ein gutes Jahr mit spannenden Veranstaltungen gewesen. "Wir konnten dabei helfen, das Thema Cyber verstärkt aufs Parkett zu bringen, die Bedürfnisse der Schweiz zu eruieren und Lösungsansätze aufzuzeigen. Sei dies im Bereich der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Forschung, Militär oder Verwaltung."

Rang 42 im globalen Cybersecurity-Index - hinter Tansania und Nordmazedonien

Dies, obwohl die Schweiz punkto Cyberverteidigung nicht wirklich optimal aufgestellt ist. "Wir befinden uns auf Rang 42 im Global Cyber Security Index der ITU" , sagt Fiala. Es gebe also grösseren Aufholbedarf – sogar Länder wie Tansania oder Nordmazedonien würden vor der Schweiz liegen.
Aber, so Fiala, "das Parlament hat die Zeichen der Zeit erkannt". Beispielhaft dafür führt sie die Genehmigung des Kommando Cyber und die Überführung des NCSC weg vom EFD hin zum VBS an. Die FDP-Nationalrätin verteidigt den kritisch begleiteten Entscheid. Dieser sei richtig und wichtig gewesen: "So sind neu fast alle Cyberkompetenzen der Bundesverwaltung bei einem Departement verortet." Natürlich bestehe die Herausforderung, die Abgrenzung zwischen Militär, Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung sicherzustellen. Aber sie ist "zuversichtlich", dass das klappt.

Schweiz sollte eine eigenständige Cloud-Infrastruktur anstreben

Klar ist für Fiala aber auch: "Die Schweiz benötigt mehr Ressourcen, und zwar mit Blick auf die Infrastruktur als auch im Bereich qualifizierter Fachkräfte." Das NCSC sei Teil eines grösseren Gesamtsystems an Cyber-Einheiten, "die ihr Wirken innerhalb der Verwaltung langfristig strategisch koordinieren und ausrichten müssen".
Angesprochen auf die digitale Souveränität der Schweiz beziehungsweise die Notwendigkeit einer Swiss Cloud sagt Fiala, dass die Schweiz eine "eigenständige Cloud- und Dateninfrastruktur anstreben" sollte. Sie gibt zu, dass dies ein "komplexes Projekt ist, welches einiges an Ressourcen benötigt". In der Zwischenzeit könnte der "Einbezug in europäische Initiativen wie Gaia-X" ein spannender Ansatz sein.
Doris Fiala ist Präsidentin der Swiss Cyber Security Days, die in ihrer fünften Austragung am 20. und 21. September 2023 zum ersten Mal in Bern stattfinden. Der zweitätige Event bietet den Veranstaltern zufolge eine Kombination aus nationalen wie internationalen Rednerinnen und Rednern, aktuellen geo-politischen Entwicklungen, gesellschaftsrelevanten Fokusdialogen und Präsentation aktueller Erkenntnisse aus der Forschung.

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