Konsortium fordert digitalen Impfausweis

24. Mai 2022 um 15:21
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Foto: Mufid Majnun / Unsplash

Mehrere Gesundheitsorganisationen haben zusammen ein Konzept vorgestellt, wie ein sicheres elektronisches Impfdossier entwickelt und ans EPD angeschlossen werden könnte.

Ein breites Konsortium, bestehend aus der Berner Fachhochschule (BFH), der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), PharmaSuisse, HCI Solutions, Interpharma und der Genossenschaft Midata, hat eine Mach­bar­keits­studie für einen digitalen Impfausweis veröffentlicht. Gemäss den Autoren soll ein sicheres elektronisches Impfdossier in der Schweiz möglich sein und auch einen Mehrwert liefern.
"Bürgerinnen und Bürger erhalten so die Hoheit über ihre Impf­daten. Sie allein entscheiden, wem sie diese zur Verfügung stellen", erklärt Professor Serge Bignens von der BFH und ergänzt: "Gleichzeitig können sie besser informiert und sensibilisiert werden." Dadurch könne man den eigenen Impfschutz besser steuern, was wiederum die öffentliche Gesundheit steigere, so der Professor.
Darüber hinaus vereinfache das E-Impfdossier auch den Zugriff auf die Impf­daten für Ärztinnen und Apotheker. Weiter sollen Forschende in Zukunft auch anonymisierte Impfdaten nutzen können, um neue Erkenntnisse und Zusammen­hänge zu entdecken. Möglich gemacht werden soll dies durch die Nutzung der Datenplattform der gemeinnützigen Genossenschaft Midata.
Die Schweiz sei bei der digitalen Nutzung von Gesundheitsdaten noch rück­ständig, schreiben die Autoren und verweisen dabei auf den Digital Health Index der Bertelsmann-Stiftung, bei dem die Schweiz auf dem viertletzten Platz rangiert. Dabei hätten die Erfahrungen der letzten Jahre noch einmal verdeutlicht, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitsdatenökosystem für die Gesellschaft sei, so das Konsortium.

Datenschutz und Datenhoheit

Die Machbarkeitsstudie sei entlang gewisser Schlüsselprinzipien aufgezogen worden. Zentral sei dabei insbesondere die Datenhoheit der Nutzenden sowie der Datenschutz gewesen. Beide hätten bei der Entwicklung oberste Priorität genossen, so die Studie. Des Weiteren sei ein möglichst offenes Konzept und die Anbindung an möglichst viele Standards angestrebt werden. So soll der digitale Impfausweis insbesondere auch mit dem elektronischen Patientendossier (EPD) kompatibel sein.
Herr und Frau Schweizer könnten so in Zukunft ihre Gesundheitsdaten frei von einem Ort an den anderen verschieben. Der elektronische Impfausweis liesse sich gemäss dem Konsortium auch relativ rasch realisieren, sofern eine entsprechende Finanzierung sichergestellt wäre. Das Arbeitspapier führt detailliert auf, welche Komponenten integriert, neu entwickelt, gewartet und betrieben werden müssten. Nach einer sichergestellten Finanzierung soll das System gebaut und unterhalten werden, schreiben die Autoren. Hierzu brauche es jedoch private und öffentliche Investitionen, da der E-Impfausweis den Patientinnen und Patienten gratis zur Verfügung stehen soll.

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