Der Schweizer Telegram- und Whatsapp-Konkurrent Threema freut sich über eine Analyse von Security-Experten. Deutsche Forscher haben das kryptografische Kommunikationsprotokoll des Messengerdienstes untersucht. "Die Ergebnisse unserer Analyse zeigen, dass das Ibex-Protokoll die gewünschten Sicherheitsanforderungen zufriedenstellend erfüllt", heisst es im Report von Paul Gerhart, Paul Rösler und Dominique Schröder.
Anfang Jahr machte die ETH Zürich auf Sicherheitsprobleme bei Threema aufmerksam. Threema erklärte, dass die Findings nicht für das Kommunikationsprotokoll "Ibex" gelten würden. Der ETH-Kryptograf forderte die Einführung von "Perfect Forward Secrecy" (PFS). Dies sei mit Ibex gegeben,
erwiderte Threema.
"Insbesondere wurden bei unserer Untersuchung keine Fehler oder Schwachstellen im Protokoll gefunden", heisst es denn auch von den Forschern im aktuellen Report. Ibex habe einer "strengen Sicherheitsanalyse" standgehalten. Sie seien in der Lage gewesen, die Sicherheit des Protokolls formal zu beweisen, so die Kryptografen von der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg
(PDF).Threema führte Ibex Ende letzten Jahres erstmals ein. "In Anbetracht dieses positiven Ergebnisses", so Threema, werde man mit den neuen App-Versionen PFS standardmässig aktivieren. Die neuen App-Versionen für Android (5.1) und iOS (5.4) werden ab dem 2. August ausgerollt.
PFS verhindert in einem kryptografischen System, dass Angreifer, die den privaten Schlüssel eines Benutzers erbeutet haben, Nachrichten entschlüsseln können, die ein User in der Vergangenheit gesendet oder empfangen hat. Threema unterstützt gemäss den Angaben PFS sowohl auf der Transportschicht als auch auf der Ende-zu-Ende-Schicht.