Wie die Gemeinde Martigny-Combe im Kanton Wallis mitteilt, wurde sie am 18. August Opfer eines Cyberangriffs. An diesem Tag habe man einen unbefugten Zugriff auf das E-Mail-System der Gemeindeverwaltung festgestellt. Martigny-Combe hat rund 2300 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Attacke erfolgte nur wenige Wochen nach einem folgenschweren Angriff durch die Ransomware-Bande Play im selben Kanton, welcher
die IT von Vétroz lahmlegte.In Martigny-Combe haben die Eindringlinge das System der Verwaltung genutzt, "um eine betrügerische Nachricht an Kontakte innerhalb der Gemeinde zu versenden", so die Mitteilung. Diejenigen, die eine solche betrügerische Nachricht erhalten haben, seien direkt benachrichtigt worden. "Jeder, der eine verdächtige Nachricht erhält, die scheinbar vom Gemeindesekretariat stammt, wird gebeten, keine darin enthaltenen Links anzuklicken und dies der Verwaltung zu melden."
Der Vorfall könne auch dazu geführt haben, dass personenbezogene Daten an unbefugte Dritte weitergegeben wurden. "Wodurch insbesondere für diejenigen, die die betrügerische Nachricht erhalten haben, das Risiko von Phishing oder Identitätsdiebstahl bestand", warnt die Gemeinde.
Nach Entdeckung des Angriffs seien der Zugriff umgehend gesperrt und technische Sicherheitsmassnahmen eingeleitet worden. Derzeit werde der Vorfall mit Unterstützung externer Spezialisten analysiert, um das Ausmass genau zu ermitteln und die Systemsicherheit zu erhöhen. Martigny-Combe habe den Vorfall gemäss Gesetz dem Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) und dem kantonalen Datenschutzbeauftragten gemeldet. Bei der Kantonspolizei Wallis wurde Strafanzeige erstattet.