Kupfer-Abschaltung hinterlässt Lücken im Swisscom-Netz

3. Dezember 2024 um 15:04
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Foto: Carlo Reguzzi / Swisscom

Das heutige Kupferkabel soll durch Glasfaser ersetzt werden. Allerdings nicht vollständig. Die Lücken sollen mit Mobilfunk und Satellitentechnik gefüllt werden.

Swisscom hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende nächsten Jahres rund 57% der Schweizer Geschäfte und Haushalte mit Glasfaser zu vernetzen. Bis Ende 2030 soll die Abdeckung auf zwischen 75 bis 80% gesteigert werden. Wie der Konzern auf Anfrage von inside-it.ch ausführt, werde nach 2030 das Glasfasernetz kontinuierlich weiter ausgebaut und in allen Gemeinden fertiggestellt.
Zugleich plane Swisscom, das alte Kupfernetz schrittweise abzuschalten. "Es macht sowohl aus wirtschaftlicher wie auch aus nachhaltiger Sicht keinen Sinn, parallel zwei Netze zum selben Zweck zu betreiben", betont ein Sprecher. Die Kupfertechnologien sei zudem störungsempfindlicher und werde in naher Zukunft von den Herstellern nicht mehr gewartet, heisst es zur Begründung weiter. Deshalb werde Swisscom das Kupfernetz in den kommenden Jahren zunächst "sukzessive entlang regionaler Anschlussnetze" und langfristig dann komplett stilllegen. Die genauen Termine stehen noch nicht abschliessend fest, betont der Konzern.
Von der Abschaltung des Kupfernetzes verspreche sich Swisscom eine Vereinfachung der Netzarchitektur. Auch werde Strom gespart werden können. Es ist von einer Grössenordnung von rund 100 Gigawattstunden zu lesen, was in etwa dem jährlichen Energieverbrauch einer Stadt mit rund 20'000 Einwohnern entspreche.

Mobilfunk und Satellit als Lückenbüsser

Wie Swisscom auf Anfrage schreibt, werden nicht alle heutigen Liegenschaften mit Kupferleitungen zukünftig auch mit Glasfaser versorgt. Über die genaue Zahl der unerschlossenen Gewerbe oder Haushalte macht der Konzern keine Angabe. "Es wird sich jedoch um eine sehr geringe Menge von Kunden handeln, die mit Mobil- und Satellitentechnologien bedient werden", präzisiert der Sprecher.
Für diese Kunden arbeite der Konzern zurzeit an passenden Konzepten, die auf Erfahrungen mit ähnlichen Technologien aus den letzten Jahren basierten. Die Anbindungen via Mobilfunk habe Swisscom bereits erfolgreich bei Kunden und Kundinnen eingesetzt. Als Beispiele nennt der Sprecher den Internet-Booster 5G für Privathaushalte oder 5G FWA (Fixed Wireless Access) für Geschäftskunden.

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