Der Stellenmarkt für Informatikberufe verzeichnet nach mehreren Jahren des Rückgangs erstmals wieder ein leichtes Wachstum. Parallel sinkt die Zahl der ausgeschriebenen Stellen über alle Berufsgruppen hinweg, zeigt der Adecco Group Swiss Job Market Index. Die Nachfrage nach Informatikfachkräften sei im zweiten Quartal um 6% gestiegen, während die Gesamtzahl der offenen Stellen im Vergleich mit dem Vorjahr um 0,2% sank, so Adecco.
Den leichten Anstieg vakanter Jobs in der Informatik begründet der Personaldienstleister mit der steigenden Nachfrage nach Softwareentwicklerinnen und -entwicklern. Sie seien gesucht unter anderem aufgrund der zunehmenden Verbreitung von KI-Technologien und der fortschreitenden Digitalisierung. Die Anzahl Stelleninserate, die KI-Kompetenzen als Anforderungen nennen, sei in allen Berufsgruppen ausserhalb der Informatik gegenüber den Vorjahren gestiegen. Adecco zufolge dürfte dies auch den Bedarf an Fachkräften erhöhen, die entsprechende Systeme entwickeln, implementieren und betreiben können.
Von einer langfristigen Erholung im IT-Arbeitsmarkt geht der Personaldienstleister allerdings nicht aus. Vielmehr würden Fortschritte im Bereich der KI die Produktivität in diesen Berufen steigern und damit den zusätzlichen Personalbedarf zumindest teilweise begrenzen. Wie Adecco schreibt, könnte der jüngste Stellenanstieg sowohl auf eine steigende Nachfrage nach KI-Kompetenzen als auch auf eine Neubewertung des Substitutionspotenzials von KI durch Unternehmen zurückzuführen sein. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, ob die zusätzliche Nachfrage nach Informatikkompetenzen die produktivitätssteigernden Effekte von KI überwiege.
Ausserhalb der Berufsgruppe der Entwicklerinnen, Entwickler und Analytiker sowie Analytikerinnen von Software macht Adecco wenig Hoffnung auf eine Verbesserung der Stellensituation. Die Untergruppe der Spezialistinnen und Spezialisten für ICT, Datenbanken und Netzwerke weise im Jahresvergleich eine rückläufige Anzahl offener Stellen auf.