Der Sicherheitsvorfall bei Microsoft hat weitere Konsequenzen. Das Cyber Safety Review Board, das von der Biden-Administration zur Untersuchung schwerwiegender Cybersecurity-Ereignisse eingerichtet wurde, soll sich des Falls annehmen. Auslöser ist ein Angriff der chinesischen Hackergruppe "Storm-0558". Diese griff ab Mai unter anderem
auf E-Mail-Konten der US-Handelsministerin und des Aussenministers zu.
Wie
'Bloomberg' berichtet, werde die Untersuchung von Microsoft Teil einer grösseren Analyse von Risiken für die Cloud-Computing-Infrastruktur im Allgemeinen sein. Das Review Board werde auch Identitäts- und Authentifizierungsmanagement sowie alle relevanten Cloud-Dienstanbieter untersuchen. Die Nachrichtenagentur beruft sich dabei auf namentlich nicht genannte Beamte der US-Behörden. Das Problem sei durch den Angriff auf die E-Mail-Systeme von Microsoft in den Fokus gerückt, sagte ein Beamter.
Dass die Behörden jetzt aktiv werden, könnte auch
mit einem geharnischten Brief des einflussreichen US-Senators Ron Wyden zu tun haben. Dieser warf dem Konzern im Schreiben "fahrlässige Praktiken" vor. "Erstens hätte Microsoft keinen einzigen Skeleton Key haben dürfen, der dazu verwendet werden kann, den Zugriff auf die private Kommunikation verschiedener Kunden zu kompromittieren. Zweitens sollten hochwertige Verschlüsselungskeys, wie Microsoft nach dem Solarwinds-Vorfall betonte, in einem Hardware Security Module (HSM) gespeichert werden, dessen einzige Funktion darin besteht, den Diebstahl zu verhindern." Wyden forderte mehrere Behörden auf, deswegen Untersuchungen einzuleiten und Microsoft zur Verantwortung zu ziehen.
Microsoft reagierte auf Anfrage von 'Bloomberg' bis jetzt nicht mit einer Stellungnahme.