Der US-Konzern Microsoft gliedert einen Teil seines Beratungsteams in ein eigenes Unternehmen aus. In die Microsoft Frontier Company wechseln rund 6000 Angestellte, die bei Kundinnen und Kunden heute schon in KI-Projekten tätig sind, teilt der Konzern mit. Das Beratungshaus werde mit einem Startkapital von 2,5 Milliarden Dollar ausgestattet.
Die Belegschaft des neuen Tochterunternehmens soll direkt beim Kunden eingesetzt werden. Berater, Entwicklerinnen, Support-Mitarbeitende und Vertriebsexpertinnen von Microsoft sollen KI-Vorhaben kombiniert mit den jeweils firmenspezifischen Kompetenzen umzusetzen. "Unternehmen müssen ihre Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse, ihr Fachwissen und ihre Geschäftsdaten selbst weiterentwickeln. Dabei sollen sie die Modelle ihrer Wahl nutzen, um eigene KI-Anwendungen zu entwickeln", führt Judson Althoff, CEO Microsoft Commercial Business, zum geplanten Vorgehen der Microsoft-Angestellten aus.
Nachzügler Microsoft
Für dieses Vorgehen hat sich die Bezeichnung "Forward Deployed Engineering" (FDE) etabliert. Microsoft ist mit seiner Initiative nur das jüngste Beispiel. Zuletzt AWS und zuvor Anthropic und OpenAI sowie auch Palantir haben in jüngerer Vergangenheit entsprechende Geschäftseinheiten gegründet oder sind Partnerschaften eingegangen.
Manager Althoff betonte, die bestehenden Partnerschaften mit unter anderem Accenture, Capgemini, EY, KPMG und PwC würden der Microsoft-Initiative bei der Skalierung helfen. Auch auf lokaler Ebene, wobei er keine Angaben zu länderspezifischen Aktivitäten des neuen Tochterunternehmens macht. Zum Präsidenten der Microsoft Frontier Company wurde per 1. Juli der bisherige Verantwortliche für das Asien-Geschäft, Rodrigo Kede Lima, berufen.