Microsoft könnte wegen EU-Untersuchung Teams aus Office-Bundle entfernen

25. April 2023 um 11:57
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Foto: Dimitri Karastelev / Unsplash

Vor 3 Jahren reichte Slack eine Beschwerde gegen Microsoft ein. Aufgrund der Wettbewerbsuntersuchung könnte der US-Konzern Teams nun von Office entkoppeln.

Microsoft will die Collaboration-Plattform Teams von Microsoft 365 lösen, um eine offizielle kartellrechtliche Untersuchung durch die EU-Regulierungsbehörden zu verhindern, berichtet 'Financial Times' (Paywall) unter Berufung auf anonyme Quellen.
Im Sommer 2020 reichte der Konkurrent Slack eine Beschwerde gegen den Tech-Riesen ein. Während dieser Zeit wuchs die Nachfrage nach Messaging- und Videokonferenz-Diensten aufgrund der Pandemie erheblich. Dass sich gerade Teams grosser Beliebtheit erfreute, lag unter anderem daran, dass die App schon als Teil des Bundles von Microsoft 365 zusammen mit anderen Anwendung vorinstalliert war. Slack bezeichnete dieses Vorgehen als "Illegal und wettbewerbswidrig". Der Software-Hersteller habe viele Kunden gezwungen, sein Produkt zu installieren. So seien auch die tatsächlichen Kosten der Software versteckt worden.
Nun soll Microsoft angeboten haben, Teams von Office zu trennen und die Produkte separat anzubieten. "Wir sind uns unserer Verantwortung in der EU als grosses Technologieunternehmen bewusst", sagte Microsoft dazu. "Wir arbeiten weiterhin kooperativ mit der Kommission bei ihren Ermittlungen zusammen und sind offen für pragmatische Lösungen."
Die EU-Kommission wollte auf Anfrage von 'Financial Times' noch keine Stellung zum Thema nehmen. Auch in Sachen Cloud-Diensten steht Microsoft eine kartellrechtlichen Untersuchung bevor.
In einer Marktstudie hat die Medienaufsichtsbehörde Ofcom herausgefunden, dass AWS und Microsoft die führenden Anbieter von Cloud-Infrastrukturen sind. In Grossbritannien hätten AWS und Microsoft zusammen einen Marktanteil von 60 bis 70%. "Wir sind bereit, eine Marktuntersuchung in diesem Bereich durchzuführen, falls Ofcom nach Abschluss seines Konsultationsprozesses feststellt, dass dies erforderlich ist", sagte ein Sprecher der britischen Wettbewerbsbehörde dazu. Auch auf EU-Ebene interessieren sich die Marktaufseher für die Cloud-Lizenz-Praktiken von Microsoft, nachdem sich mehrere Provider beschwert hatten.

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