Microsoft und OpenAI hegen einen 100-Milliarden-Dollar-Traum

2. April 2024 um 12:52
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Sam Altman mit Microsoft-CEO Satya Nadella. Foto: OpenAI / Youtube

Das Geld fliesst laut Medienberichten in ein Rechen­zentrum und einen neuen Super­computer. Auch Google erweitert seine RZ-Kapazitäten wegen KI.

Microsoft und OpenAI hegen offenbar Pläne für ein riesiges Investment in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Wie 'The Information' schreibt, wollen die Unternehmen 100 Milliarden Dollar in ein RZ-Projekt sowie einen Supercomputer stecken. Nach heutigen Massstäben erscheine der Umfang des Projekts unvorstellbar. Aber die Zahlen würden nicht mehr atemberaubend erscheinen, wenn ein solcher Supercomputer fertiggestellt sei, so Chris Sharp, CTO des RZ-Bauers Digital Realty, gegenüber dem Magazin.
Der geplante Supercomputer namens Stargate soll in den USA beheimatet werden und bereits 2028 in Betrieb gehen. Wenn Stargate vorankomme, würde er um ein Vielfaches mehr Rechenleistung bieten als das, was Microsoft derzeit an OpenAI liefern könne, so die Quellen von 'The Information' (Paywall).
Die Finanzierung werde wahrscheinlich Microsoft verantworten, wie es weiter heisst. Den Quellen des US-Magazins zufolge könnten sich die Kosten auf bis zu 115 Milliarden Dollar belaufen. Das wäre dreimal so viel, was Microsoft vergangenes Jahr in Infrastruktur gesteckt hat.

CPUs und Energie

Die Bereitschaft des Konzerns, den Stargate-Plan voranzutreiben, hänge aber auch davon ab, ob OpenAI in der Lage sei, seine KI massgeblich zu verbessern. Das KI-Startup habe ein neues Modell nicht wie versprochen an Microsoft liefern können, verteidigte dies aber mit fehlenden Serverkapazitäten.
Ein Grossteil des Investments, so der Bericht weiter, falle auf die Beschaffung von Chips. Daneben sei vor allem die Energieversorgung eine Herausforderung.
Gegenüber dem Onlinemedium äusserte sich Microsoft nicht zu den Supercomputing-Plänen, sagte aber in einer Erklärung: "Wir planen stets die nächste Generation von Infrastrukturinnovationen, die wir benötigen, um die Grenzen der KI-Fähigkeiten weiter voranzutreiben." OpenAI hat sich nicht geäussert.

Wettstreit mit Google

In einem privaten Kontext soll OpenAI-CEO Sam Altman gesagt haben, dass Google – ein grosser Konkurrent des KI-Entwicklers – bald über mehr KI-Rechenkapazitäten als OpenAI verfügen werde. Ausserdem beschwerte er sich öffentlich darüber, dass er nicht so viele KI-Serverchips habe, wie er gerne hätte. Dies sei auch einer der Gründe gewesen, warum Altman die Idee eines Chip-Unternehmens vorgebracht habe, wie 'The Information' schreibt.
Google gab derweil ebenfalls bekannt, seine RZ-Kapazitäten ausbauen zu wollen. Noch im laufenden Jahr sollen mehrere Milliarden Dollar investiert werden, um die Kapazitäten für Cloud und KI zu erweitern, berichtet 'CRN'. Geld fliesst demnach in die Erweiterung der Infrastruktur in den USA, aber auch international. Google hat bekannt gegeben, unter anderem in Griechenland, Norwegen und Österreich neue Datacenter bauen oder bestehende erweitern zu wollen.
"Unsere Infrastruktur ist der Schlüssel zur Verwirklichung unserer grosser KI-Ambitionen", sagte CEO Sundar Pichai Anfang Jahr. "Wir investieren weiterhin verantwortungsbewusst in unsere Rechenzentren und Rechenleistung, um diese neue Welle des Wachstums bei KI-gestützten Diensten für uns und unsere Kunden zu unterstützen."

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