Es muss sich um eine grosse Ankündigung handeln, wenn Larry Ellison, Gründer und CTO von Oracle, erstmals in das Microsoft-Hauptquartier reist, um sie gemeinsam mit Satya Nadella, CEO der Redmonder, zu präsentieren. Die einstigen Feinde arbeiten allerdings bereits seit ein paar Jahren zusammen. Im Rahmen der Partnerschaft wurde 2022 eine Integration zwischen den beiden Clouds eingeführt, die es Kunden ermöglicht, Oracle-Software über das Azure-Portal zu nutzen.
Jetzt gehe man einen Schritt weiter, hiess es an der Präsentation. Von nun an könnten gemeinsame Kunden Oracle-Datenbanken direkt in Azure-Umgebungen ändern. Mit dem neuen "Database@Azure"-Angebot habe man die Verbindung unsichtbar gemacht, sagte Ellison. Dazu stellt Oracle seine Datenbank-Software und -Hardware, einschliesslich Oracle Exadata in den Azure-Rechenzentren zur Verfügung. Dies erlaube es Kunden, geschäftskritische Datenbanken direkt in Microsoft Azure zu betreiben, sagte Microsoft-Managerin Alysa Taylor.
Das gemeinsame Angebot soll einerseits das Management von Multi-Cloud-Implementierungen vereinfachen. Kunden wollen die Cloud nutzen, so Ellison, aber ein Grossteil ihrer Daten sei noch On-Prem. Weitere Schritte in die Cloud sollen also vereinfacht und beschleunigt werden. Andererseits gehe es um das Thema Künstliche Intelligenz. "KI braucht Daten", sagte Nadella, und diese Daten würden in Oracles Datenbanken liegen. Somit biete man Kunden geringere Latenzen, wenn sie ihre Daten mit KI-Anwendungen und der Infrastruktur von Microsoft verbinden wollen.
Kunden können Oracle Database@Azure über den Azure Marketplace erwerben und Microsoft Azure Consumption Commitment Credits oder auch bestehende Oracle Database-Lizenzvorteile nutzen. Oracle wird seine Dienste weltweit in den Rechenzentren von Microsoft betreiben und verwalten, zunächst in Regionen in Nordamerika und Europa.