Das österreichische Bundesheer beschloss 2020, nach Alternativen zu Bürosoftware von Microsoft zu suchen, und entschloss sich daraufhin, auf die Open-Source-Software Libre Office zu wechseln. Nun wurde MS Office als Standardsoftware entfernt und die Migration damit beinahe abgeschlossen, wie österreichische Medien berichten. Betroffen sind rund 16'000 Arbeitsplätze.
Das Bundesheer hatte seine PCs 2003 auf Windows und MS Office standardisiert und verwendete zuletzt MS Office 2016.
Michel Hillebrand, einer der Heeres-Verantwortlichen für die Libre-Office-Einführung, erklärte
in einem Gespräch mit 'Ö1', dass die Kosten für Microsoft-Produkte bei der Umstellung keine Rolle gespielt haben. Vielmehr sei es um die digitale Souveränität gegangen. "Wir machen das zur Stärkung der digitalen Souveränität, um unsere Unabhängigkeit, was die IKT-Infrastruktur eingeht, zu behalten und auch um sicherzustellen, dass Daten nur bei uns im Haus verarbeitet werden."
Ab 2020 sei absehbar gewesen, so Hillebrand, dass gewisse Microsoft-Anwendungen künftig nur noch über die Cloud zugänglich sein würden, deshalb habe man erste Überlegungen angestellt, wie es weitergehen soll. 2021 entschloss man sich, Libre Office einzuführen. 2022 wurde nach einer öffentlichen Ausschreibung ein deutsches Softwareunternehmen damit beauftragt, Libre Office an die Bedürfnisse des Heeres anzupassen und zu supporten. Danach begann die Umschulung der Mitarbeitenden und die schrittweise Einführung bei den verschiedenen Einheiten des Heeres.
Die Anpassungen, die für das österreichische Bundesheer vorgenommen wurden, können übrigens auch anderen Userinnen und Usern zu Gute kommen, da sie ihrerseits wieder in das Open-Source-Projekt Libre Office zurückfliessen. In näherer Zukunft, so Hillebrand, sei beispielsweise geplant, auch taktische Zeichen direkt in Libreoffice erstellen zu können. Dabei handelt es sich um grafische Symbole, mit denen auf Karten und anderen Bildern Einheiten, Funktionen oder Infrastruktur dargestellt werden können.