22 Millionen Twint-Transaktionen im Oktober 2021

15. November 2021 um 10:27
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Twint-Chef Markus Kilb sagte am Swiss Payment Forum, dass die Pandemie nicht für Wachstum sorgte und verriet Pläne für die Zukunft.

"Wir stehen kurz vor der Einführung einer Machine-2-Machine-Funktion", sagte Markus Kilb, CEO der Zahlungsanbieters Twint. Künftig sollen Autofahrer so in einem Parkhaus nicht mehr aussteigen und zur Kasse gehen müssen, sondern "alles via Twint erledigen können", so Kilb am Swiss Payment Forum.
Man befinde sich in einem Trial mit einem grossen Partner und bereits "in Umsetzung". Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis die offizielle Ankündigung kommt. Ohnehin ist diese Ankündigung ein erster Schritt in Kilbs Vision, die er für den Zahlungsanbieter hat: "Heute ist Twint der Endpunkt der Customer Journey. Künftig wollen wir auch Ausgangspunkt sein", so der Manager.

Knapp jeder zweite Schweizer hat schon mal getwintet

Grosses Wachstumspotential hat Twint als reiner Zahlungsdienstleister wohl nicht mehr. 50% beträgt der Marktanteil im Bereich der mobilen Zahlungslösungen, zweiter ist Apple Pay mit 11%, rechneten die Veranstalter des Swiss Payment Forums vor. Kilb selbst sagte, dass 97% aller Schweizerinnen und Schweizer Twint kennen würden. Im Jahr 2021 könne man 3,5 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer ausweisen. Und bis "wir die 4 Millionen knacken, dauert es nicht mehr lang", sagte Markus Kilb.
Dass Twint rege genutzt wird, zeigen auch die Transaktionen: Während im gesamten Kalenderjahr 2018 rund 18 Millionen Finanztransaktionen über den Dienstleister ausgeführt worden ist, waren es alleine im Oktober 2021 über 22 Millionen. Ende Jahr "werden 200 Millionen Transaktionen zu Buche stehen", war Kilb überzeugt.

Schweiz liegt im internationalen Vergleich noch zurück

Anders als vermutet war die Pandemie kein Wachstumstreiber für Twint. "Corona hat Awareness geschaffen für mobile Zahlungen, sorgte aber nicht für mehr Transaktionen". Im Gegenteil: Weil Lockdown und Homeoffice dafür gesorgt haben, dass fast niemand mehr unterwegs war, sei die Anzahl Transaktionen über den Partner SBB, "unser Partner Nummer 1 in diesem Bereich", um 80% gesunken. Dieser Ausfall habedurch neue Partner im E-Commerce-Bereich wieder ausgeglichen werden können. Insgesamt an 150'000 Points-of-Sales könne derzeit getwintet werden.
Im internationalen Vergleich hinkt die Schweiz aber noch hinterher. Während in Schweden 78% und in Norwegen 69% der Bevölkerung mobile Zahlungssysteme nutzen, sind es in der Schweiz nur knapp 50%. Bemerkenswert ist jedoch, dass lokale Zahlungsanbieter wie Swish (Schweden), Vipps (Norwegen), Blik (Polen) oder eben Twint bei der Bevölkerung besser ankommen, als die Angebote von Google oder Apple. Markus Kilb sieht den Grund dafür im höheren Vertrauen, das kleine, lokale Anbieter im Vergleich zu "Big Tech" geniessen.

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