Adcom weist Vorwürfe wegen angeblicher Raubkopien zurück: "Das muss ein Missverständnis zwischen HP und Microsoft gewesen sein".
Anfang April hat ein Gericht in Deutschland Microsoft verboten zu behaupten, dass der
Berliner Gebrauchtsoftwarehändler TYR Raubkopien vertreibe. Der Fall hat auch Wellen in der Schweiz geschlagen. Das Schweizer Presswerk Adcom Production wurde verdächtigt, nichtlizenzierte Microsoft-Software herzustellen.
Gegenüber inside-channels.ch erklärt Adcom-CEO Andreas Krüsi nun, dass sein Unternehmen 2009 den Auftrag von Hewlett-Packard erhalten hatte, um neue Datenträger mit Microsoft-Software zu pressen - die beiden Unternehmen seien bereits seit 2000 Partner. Kurz darauf hiess es seitens Microsoft, dass das Schweizer Unternehmen die Sorgfaltspflicht nicht erfüllt habe und dass alle in der Kette (also HP, Adcom und die deutschen PC-Händler PC4U und TYR) haftbar seien. Bis dato habe Microsoft aber keine Klage eingereicht, sagt Krüsi.
Liegt die Schuld bei HP oder Microsoft?
Krüsi weiss nicht, wie es so weit gekommen ist, denn Adcom habe vor der Auftragsausführung diverse Abklärungen mit HP vorgenommen. Er könne sich vorstellen, dass der Knopf innerhalb von HP liegt. Denn Adcom habe einen Auftrag bekommen und "nach bestem Wissen und Gewissen" ausgeführt - vielleicht habe HP keine Lizenzen von Microsoft vor dem Verkauf eingeholt. Wieviele Raubkopien im Umlauf sind, konnte Krüsi auch nicht sagen. Zurzeit geben sowohl HP wie auch Microsoft keine Stellungnahmen ab, so der Adcom-Chef weiter.
Adcom Production mit Sitz in Neuenhof presst Datenträger für Musiklabels, Filmstudios wie auch IT-Konzerne. (Linda von Burg)