Mit Marzio Tomasetto und Norbert Zeller wagen zwei Branchenveteranen den Schritt ins Unternehmertum.
"Die Informatik steckt mitten in einem Industrialisierungsprozess. IT-Anbieter müssen verlässlicher werden und IT-Projekte planbarer." Diesen Prozess will Norbert Zeller (Foto) nicht nur kommentieren, sondern mitgestalten, erzählt er im Gespräch mit inside-channels.ch.
Anlass des Gesprächs ist der Fakt, dass Zeller, zusammen mit Marzio Tomasetto den kleinen Zürcher ERP-Spezialisten Zibeso übernommen hat. Der neue Mehrheitsaktionär und Verwaltungsrat Zeller, war während 15 Jahren als Partner bei Trivadis, wo er zuletzt sechs Jahre lang den grossen Trainingsbereich geleitet hat. Tomasetto, der als Geschäftsleiter fungiert, kennt man seit vielen Jahren in der Schweizer ERP-Szene, wo er zuletzt
für die Mainzer Godesys den Schweizer Markt beackerte. Die Übernahme von Zibeso ist eine klassische Nachfolgelösung, erzählt Zeller. Der bisherige Besitzer, Charles Ziegler, bleibt im Betrieb und betreut die Bestandeskunden, ist aber nicht mehr Geschäftsführer. Über den Preis für die Aktiengesellschaft geben die Beteiligten keine Auskunft.
Fokus auf Getränkehandel, kritische Masse mit Kooperationen
Zeller ist sich dessen bewusst. Er glaubt, mit einem Partnernetzwerk die Anforderungen der Kunden nach Gesamtlösungen erfüllen zu können. "Wir suchen aktiv nach Kooperationen, etwa im Bereich Infrastruktur, CRM oder Finanzwesen. An der
Microsoft-Partnerkonferenz in Las Vegas hat sich gezeigt, dass das Interesse sehr gross ist", sagt der frischgebackene KMU-Besitzer.
Genau wie Microsoft ist auch Zeller überzeugt, dass ERP-Spezialisten sehr viel Branchenkompetenz aufbauen müssen. "Der Kunde will einen lösungsorientierten IT-Partner, welcher seine Prozesse und Branche kennt und nicht einen ERP-Anbieter." Zibeso wird sich auf Getränkehersteller und -Händler konzentrieren, wo man bereits eine grosse Kompetenz und langjährige Erfahrung mit einem grossen Kundenstamm hat. Die Herausforderungen in dieser Branche sieht Zeller im Bereich Cloud-Computing, neuen Prozessanforderungen und Mobile-Anbindung.
Gang ins Ausland, Entwicklung auch Offshore
Während Zeller überzeugt ist, dass ein ERP-Anbieter sich auf klar definierte vertikale Märkte konzentrieren sollte, ist er durchaus bereit, geografisch "über den Hag" zu grasen. So hat er Kunden in Österreich und auch Süddeutschland ist im Visier.
Auch für die Software-Entwicklung schaut Zeller über die Grenze. Er plant, entweder als Zibeso oder zusammen mit Partnern, zum Start ein Team von fünf bis sechs Leuten in Kiew für zusätzliche Entwicklungskapazitäten anzuheuern. (Christoph Hugenschmidt)