Laut Microsoft wurde eine Attacke auf einen europäischen Kunden abgewehrt, die mit 2,4 Tbit/s erfolgte.
Microsoft erklärt, die Azure-Cloud habe den heftigsten bisher erkannten DDoS-Angriff abgewehrt. Die Attacke sei in der letzten Augustwoche 2021 mit 2,4 Tbit/s (Terabit pro Sekunde) auf einen europäischen Kunden erfolgt.
Amir Dahan, Senior Program Manager bei Azure, schreibt in einem Blogpost: "Dieser Angriff ist 140% stärker als ein 1-Tbit/s-Angriff aus dem Jahr 2020 und stärker als jedes zuvor bei Azure erkannte volumetrische Netzwerkereignis." Der Angriffsverkehr sei aus rund 70'000 Quellen und aus mehreren Ländern im asiatisch-pazifischen Raum wie Malaysia, Vietnam, Taiwan, Japan und China sowie aus den USA gekommen.
"Der Angriffsvektor war eine UDP-Reflektion über mehr als 10 Minuten mit sehr kurzlebigen Bursts, die sich jeweils innerhalb von Sekunden auf Terabit-Volumen steigerten", so Dahan weiter. "Insgesamt haben wir drei Hauptpeaks beobachtet, den ersten bei 2,4 Tbit/s, den zweiten bei 0,5 Tbit/s und den dritten bei 1,7 Tbit/s."
Zahl der DDoS-Attacken im ersten Halbajhr 2021. Grafik: Microsoft
Der bisher heftigste öffentlich gemeldete DDoS-Angriffe war ein von Amazon Web Services Shield im ersten Quartal 2020 entdeckter volumetrischer Angriff mit 2,3 Tbit/s. Noch 2018 galten 1,7 Tbit/s als "Weltrekord".
Laut Microsoft hat das DDoS-Protection-Team von Azure im ersten Halbjahr 2021 mehr als 251'944 einzelne Angriffe auf die globale Infrastruktur von Azure abgewehrt.
In der Schweiz ist der letzte bekannte heftige DDoS-Angriff derjenige, der vor zwei Wochen auf das Schweizerische Dienstleistungszentrum Berufsbildung (SDBB) erfolgte. Verschiedene Websites des SDBB wie berufsbildung.ch oder das Lehrstellenregister waren dadurch tagelang nicht erreichbar.