Bald soll man sich mit SwissID ins Patientendossier einloggen

28. Januar 2020, 14:30
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Die Firmen Swiss Sign Group und HIN schliessen eine strategische Partnerschaft zum Einsatz der privaten SwissID.

Gesundheitsfachpersonen sollen sich mit der privaten SwissID ins elektronische Patientendossier (EPD) einloggen sowie mit dieser auch Dienstleistungen der Health Info Net (HIN Community) nutzen. Dies melden Swiss Sign Group und HIN.
Es handle sich um eine zusätzliche Zugangsmöglichkeit zu HIN-Produkten. Ein Beispiel einer Authentisierung sei die E-Mail-Kommunikation, heisst es. "Die geprüfte Identität mit SwissID ermöglicht es, dass sich Gesundheitsfachpersonen und Patienten sicher ausweisen können."
SwissSign Group und HIN seien dabei, über eine weitergehende Zusammenarbeit zu diskutieren.
HIN ist ein Unternehmen des Berufsverbands der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Die Firma hatte vor wenigen Wochen gemeldet, man sei "der erste zertifizierte Anbieter für elektronische Identitäten in der Schweiz. Ein Grossteil der Ärzte, Pflegenden und Therapeuten nutzt HIN bereits für den Austausch sensibler Patientendaten," so die Mitteilung.
SwissSign Group versucht, die SwissID breit zu verankern. Am Joint-Venture sind neben SBB und Banken auch Axa, CSS, Helvetia oder Swica beteiligt.

April 2020 rückt näher

Ab April 2020 müssen Schweizer Spitäler, psychiatrische Kliniken und Reha-Kliniken als Erste ihren Patientinnen und Patienten ein EPD anbieten. Darum kommt nun mehr Tempo ins Thema. So kündigte der FMH kürzlich an, man habe mit Partnern einen Verein gegründet, um ein eigenes EPD namens "AD Swiss" anbieten zu können. Health Info Net ist auch im Vorstand vertreten.
Befürworter des EPD versprechen grossen Nutzen, das EPD soll eine Art "Single Source of Truth" werden. Die Gegnerschaft hat Vorbehalte bezüglich Datensicherheit. In einer Umfrage namens "eHealth Barometer" zeigte sich 2018, dass eine Mehrheit aller Gesundheitsfachpersonen die Einführung des EPD "grundsätzlich" unterstützt. Etwas skeptischer zeigten sich Ärzte, es herrsche teilweise die Angst um die Datensicherheit, so das damalige Fazit.
Für Patientinnen und Patienten besteht keine Verpflichtung, ein EPD zu eröffnen, sie entscheiden freiwillig darüber.

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