Mit einer erneuten Reorganisation und einem schlankeren Management will Ericsson wieder profitabel werden.
Der kriselnde schwedische Netzwerkausrüster Ericsson nimmt Milliardenabschreibungen in Kauf, um sich gegen den harten Wettbewerb in der Branche zu rüsten. Im ersten Quartal würden dadurch Sonderkosten in Höhe von fast einer Milliarde Euro anfallen.
Provisionen werden das Ergebnis im laufenden Quartal mit umgerechnet 730 bis 950 Millionen Euro belasten, teilte das Unternehmen mit. Ericsson führte die derzeit negative Entwicklung auf bestimmte grosse Kundenprojekte zurück. Hinzu kämen in den ersten drei Monaten Umbaukosten von rund 200 Millionen Euro.
Der seit einigen Wochen amtierende neue Ericsson-Chef Börje Ekholm hatte bereits bei Vorlage der Jahreszahlen im Januar gewarnt, dass die aktuell schwierige Lage für die Ausrüstung von Mobilfunknetzen sich zunächst wohl auch 2017 fortsetzen werde. Mit einem Sparprogramm steuert er deshalb gegen und will so die Kosten senken. Zudem wird der Netzwerkausrüster im ersten Quartal einige Vermögenswerte abschreiben. Dies werde das operative Ergebnis mit bis zu 400 Millionen Euro belasten, hiess es.
CEO Ekholm baut um
Statt einem Executive- und einem Global-Leadership-Team wird es neu nur noch eine Management-Ebene geben. Gleichzeitig wird die Anzahl der Vertriebsregionen von zehn auf fünf reduziert. Die Veränderungen treten per 1. April in Kraft.
Der Schwedische Konzern gliedert sich neu in die drei Bereich Networks, Digital Services und Managed Services. Im Networks-Bereich soll der weltweite Rollout von 4G-Technologien fortgeführt werden. Ausserdem will sich Ericsson als Leader im 5G-Bereich etablieren. Die neu geschaffene Digital-Services-Abteilung beinhaltet Cloud-basierte Lösungen in den Bereichen virtualisierte Netzwerk-Infrastruktur und -Applikationen, Management-Software und weitere Services. Das Unternehmen sucht daneben strategische Möglichkeiten für sein Mediengeschäft. (kjo/sda)