Beim Bund stehen künftig 2 Monitore auf dem Schreibtisch

1. November 2021, 16:28
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In den nächsten 4 Jahren will der Bund bis zu 140'000 Monitore einkaufen. Von den Anbietern wird gefordert, sie bei Bedarf auch nach Hause zu liefern.

Der Bund sucht 2 Display-Hersteller, die in der Lage sind, zwischen März 2022 bis Ende Juni 2025 rund 140'000 Geräte zu liefern. Das ist einer auf Simap veröffentlichten Ausschreibung zu entnehmen. Beschafft werden die Geräte laut Pflichtenheft für die gesamte Bundesverwaltung mit ihren knapp 90 Ämtern, die vom BIT (Bundesamt für Informatik und Telekommunikation), der FUB (Führungsunterstützungsbasis) der Armee und der IT-EDA (Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten) betreut werden. Zuletzt hatte der Bund für das Jahr 2020 einen Personalbestand von rund 39'500 Mitarbeitenden ausgewiesen.
Zunächst zu den Lieferdetails: Konkret schreibt das für diese Beschaffung federführende BBL (Bundesamt für Bauten und Logistik), dass mit der "Zwei-Produkte-Strategie" diese Anzahl an Monitoren zwar aufgeteilt werden kann. Doch habe jeder Zuschlagsempfänger das angebotene Produkt "unter Umständen bis zu einer Gesamtmenge von 140‘000 Stück" zu liefern.
Dabei besteht übrigens keine Abnahmeverpflichtung. Im Pflichtenheft heisst es, die vorliegende Ausschreibung erfolge ohne Mindestabnahmemenge (Grundauftrag), sondern enthalte ausschliesslich Optionen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Zuschlag alleine nicht zur Lieferung oder Leistungserbringung berechtigt.

Warum so viele Geräte?

Auffällig ist bei einem Personalbestand von rund 39'500 Mitarbeitenden das grosse Beschaffungsvolumen. Auf Anfrage bestätigt bestätigt BIT-Pressesprecher Daniel Wunderli zunächst einmal die Menge. Es handle sich allerdings um eine Obergrenze, führt er aus. "Ein persönlicher Arbeitsplatz soll aber zukünftig potenziell mit je zwei Monitoren ausgestattet werden können. Ausserdem gibt es diverse unpersönliche Arbeitsplätze, die ebenfalls mit Monitoren ausgerüstet sind", teilt Wunderli weiter mit.
Zudem bestätigt er, dass ein Monitor im normalen Gebrauch für mindestens 6 Jahre genutzt werden kann: "Aktuell sind wir in einer Phase, in der viele veraltete Modelle ersetzt werden müssen".
Ein Geräteaustausch erfolge laut Wunderli beim BIT "aus technischen Gründen, wenn die Kompatibilität mit dem Arbeitsplatzsystem nicht mehr gegeben ist und aus Energieeffizienzgründen. Das heisst, wenn die Monitore einen hohen Stromverbrauch aufweisen, der durch den Ersatz massiv reduziert werden kann."
Weiter hält er fest, dass sich die Verteilung der Monitore am effektiven Bedarf orientiere. Der sei "in etwa proportional zur Anzahl an Mitarbeitenden, die durch die jeweiligen IT-Leistungserbringer betreut werden. Derzeit also circa 50% BIT, 30% FUB und je 10% IT-EDA sowie armasuisse".
Zudem haben wir nach der Hardware-Ausstattung der Bundesangestellten im Homeoffice gefragt. Denn im Pflichtenheft zu dieser Beschaffung heisst es, dass aufgrund "der während der COVID-Pandemie gemachten Erfahrungen eine Lieferung an die Privatadressen von Bundesangestellten nicht mehr auszuschliessen ist".
Wunderli schreibt dazu, dass die Arbeit im Home-Office inzwischen zur neuen Realität geworden sei. "Das heisst, dass künftig auch eine Lieferung an Privatadressen eine mögliche Option ist". Aktuell seien die Mitarbeitenden mit Notebooks ausgestattet und "auf geschäftliche Monitore im Home Office besteht aktuell kein Anspruch".

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