Berner Kantonalbank gründet einen IT-Dienstleister

9. September 2021, 10:34
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Die BEKB schafft wieder eine IT-Tochter und übernimmt DXC-Mitarbeitende. Details der künftigen Zusammenarbeit werden noch ausgehandelt.

Die Berner Kantonalbank (BEKB) gründet eine eigene IT-Gesellschaft. Damit wolle man die Innovationskraft besser fördern und die Kooperationsfähigkeit in IT-Themen steigern, heisst es in einer Mitteilung der Bank.
Im Zuge der Gründung der IT-Tochter übernimmt die Bank Mitarbeitende des IT-Dienstleister DXC. Wie viele Angestellte zur BEKB wechseln, sei noch zu bestimmen, heisst es weiter.
DXC betreibt das Kernbankensystem IBIS für die BEKB. 2018 hat die Bank mit dem Dienstleister eine umfangreiche Erneuerung der damaligen Core-Banking-Lösung IBIS3G beschlossen. In den vergangenen Jahren habe man die Weiterentwicklung von IBIS3G zu IBIS4D umgesetzt. Ende Juli 2021 sei der letzte Master-Release eingeführt worden, heisst es in der aktuellen Mitteilung. Nun begebe sich die BEKB in eine neue Phase.

Details werden noch geklärt

Auch künftig werde man Dienstleistungen von DXC beziehen, erklärt die BEKB. "Wir sind auf dem richtigen Weg und ich freue mich sehr, dass wir mit unserer IT-Partnerin DXC ein gutes Verständnis gefunden haben, die dazugehörigen Einzelheiten nun vertieft zu klären", so Armin Brun, CEO der Berner Kantonalbank. Vorgesehen sei ein Servicemodell. Die Details, über die man Stillschweigen vereinbart habe, sollen bis Ende Jahr verhandelt werden.
Auch wie viele Mitarbeitende von DXC zur neuen IT-Tochter wechseln, ist noch unklar. In der Mitteilung spricht die Bank von einem "noch zu bestimmenden Teil". Gemäss der aktuellen Mitteilung beschäftigt DXC in der Schweiz rund 480 Mitarbeitende – rund 150 davon in Bern-Liebefeld, dem Banking-Hub des IT-Dienstleisters
Jene, die zur neuen IT-Tochter wechseln, werden künftig unter Christoph Lanz stehen. Lanz war bisher Leiter Informations- und Infrastrukturmanagement bei Visana. Seinen Posten als CEO bei der neuen Gesellschaft übernimmt er voraussichtlich im 4. Quartal 2021.

"Noch zu bestimmende" Prozesse und Services

Nun geht es darum, die neue IT-Tochter zu etablieren. Zunächst soll die Betriebssicherheit und -stabilität gewährleistet bleiben, heisst es. Dabei würden Dienstleistungen, Prozesse und Mitarbeitende – "in einem noch zu bestimmenden Rahmen" – in die neue Gesellschaft überführt.
In einem nächsten Schritt werde man versuchen, die Kooperationen mit anderen Firmen weiter auszubauen. Ein wesentliches Element der Weiterentwicklung von IBIS sei der Fokus auf die digitale Transformation und das Open Banking gewesen. Erst kürzlich sei die API-Plattform umgesetzt worden. Über die standardisierten Schnittstellen sei es anderen Banken, Versicherungen und Fintechs nun möglich, sich auf effiziente Art mit der BEKB zu verbinden, heisst es in der Mitteilung.

Von RTC über HP und HPE zu DXC

IBIS hat eine lange Geschichte hinter sich. Das Kernbankensystem geht auf den IT-Dienstleister RTC zurück. Die Aktiengesellschaft wurde in den 1970er Jahren von der BEKB lanciert, um in Sachen IT mit anderen Banken zusammenzuspannen. Dies ging viele Jahre gut. Schliesslich aber galt IBIS als überholt und über die Jahre sprangen grosse Kunden und RTC-Aktionäre ab. Zuletzt war die BEKB vollständiger Eigner des IT-Dienstleisters. 2010 lagerte RTC seine Services an HP Schweiz aus. Mit dem Split des Unternehmens landete die Sparte bei HPE und schliesslich bei DXC.
2018 gingen auch die Rechte an IBIS3G, die zuvor noch bei RTC lagen, an DXC über. Gleichzeitig kündigten die BEKB und DXC die umfassende Modernisierung des Core-Banking-Systems an. Mit IBIS4D habe man die Betriebskosten weiter deutlich reduzieren können, schreibt die Bank nun. Die Gründung der eigenen IT-Tochter sei ein wichtiger Beitrag, um die "ambitionierten Kostenziele" zu erreichen. 

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