'Reuters' stützt seinen Bericht auf unabhängig voneinander abgegebene Aussagen von fünf ehemaligen Microsoft-Angestellten. Microsoft hat den Vorfall nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.
Laut diesen Angestellten dürfte Microsoft die Sicherheitslücken, über welche die Angreifer Kenntnisse erhielten, innerhalb weniger Monate gepatcht haben. In der Zwischenzeit aber hätten sie ausgenützt werden können.
Microsoft hat den Hack laut 'Reuters' 2013 nach einer internen Untersuchung entdeckt, die aufgrund der Aktivitäten einer Hackerbande ausgelöst wurde, auch andere High-Tech-Konzerne wie Apple, Twitter und Facebook angegriffen hatte. Die Bande, die unter verschiedenen Namen wie Morpho, Butterfly oder Wild Neutron bekannt war, war auch
zwei Jahre später immer noch aktiv. Laut dem Schweizer Symantec-Sicherheitsexperten Candid Wüest dürfte sie vor allem finanzielle Ziele verfolgt haben.
Ein allfälliger Verkauf der Microsoft-Vulnerability-Datenbank könnte ihr einiges eingetragen haben, denn sowohl Polizeibehörden als auch Hacker weltweit sind immer interessiert an Informationen über noch ungepatchte Sicherheitslücken.
Die Geschichte könnte auch die Diskussion darüber weiter anfachen, ob die notorische Zurückhaltung von Unternehmen bei der Offenlegung von Security-Problemen dazu beiträgt, diese Probleme zu verschärfen. Allerdings hat Microsoft laut den 'Reuters'-Informanten Sicherheitsvorfälle bei anderen Unternehmen analysiert und keine Indizien dafür gefunden, dass die gestohlenen Informationen dabei eine Rolle gespielt haben. (hjm)