Bund sichert sich externe Hilfe für Risikoprojekte

4. Februar 2016 um 12:19
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Grossausschreibung für Hilfe bei der Führung von grossen und komplexen Projekten. Volumen bis zu 128 Millionen Franken.

Grossausschreibung für Hilfe bei der Führung von grossen und komplexen Projekten. Volumen bis zu 128 Millionen Franken.
Das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB) hat heute eine neue WTO-Grossausschreibung lanciert. Dabei geht es um Unterstützung bei der Führung von grossen und komplexen – und damit risikoreichen – Schlüsselprojekten im ICT-Bereich. Die Unternehmen, welche den Zuschlag erhalten, sollen dem Bund in den nächsten fünf Jahren Projektleitungsservices mit einem Volumen von bis zu 128 Millionen Franken liefern. Ob sie auch tatsächlich Aufträge in dieser Höher erhalten, steht aber noch nicht fest.
Bei IT-Projekten des Bundes ist, wie hinlänglich bekannt, in den letzten Jahren einiges schief gelaufen, insbesondere bei Grossprojekten. Als Reaktion darauf, so kommentiert das ISB die heutige Ausschreibung, habe man unter anderem eine Ausbildungsoffensive für Projektauftraggeber und Projektleitende gestartet und die regelmässigen Prüfung von Schlüsselprojekten durch die Eidgenössische Finanzkontrolle sowie Assessments vor der Projektfreigabe eingeführt. Zudem sei ein Pool von qualifizierten und erfahrenen bundesinternen Projektleiterinnen und Projektleitern speziell für grosse, komplexe oder risikohafte Informatikvorhaben aufgebaut worden.
Der Bundesrat habe dabei bestimmt, dass Festanstellungen nur "auf Grund konkreter Bedürfnisse beziehungsweise Projekte und diese haushaltsneutral erfolgen" sollen – sprich, es dürfen dafür keine zusätzlichen Gelder ausgegeben werden. Durch die "Ausschreibung Leitung Projekte Informatik" (ALPIN) sucht das ISB nun im Auftrag des Bundesrats externe Projektleiterinnen und -Leiter, um diesen Pool zu ergänzen. Damit solle sichergestellt werden, dass ICT-Grossprojekte "flexibel und qualitativ hochstehend" unterstützt werden können. Wie Herbert Roth, Leiter IKT-Planung und –Steuerung beim ISB gegenüber inside-it.ch betonte, werden aber auch Aufträge an Externe ebenso haushaltsneutral erfolgen. Wenn eine Dienststelle einen entsprechenden Auftrag an einen der Gewinner der Ausschreibung vergibt, müsse sie dies ohne Zusatzkredit aus dem ordentlichen Projektbudget berappen.
Zudem, so Roth, werde durch die Zuschläge "noch kein Fünfliber" konkret vergeben. Das ISB habe natürlich eine realistische Einschätzung des Bedarfs bis 2021 angestrebt, in welchem Masse der Kostenrahmen ausgeschöpft werde, stehe aber noch "in den Sternen". Die Erfahrung in früheren ähnlichen Ausschreibungen habe gezeigt, so Roth, dass das vorgesehenene Volumen oft schneller aufgebraucht sei, als gedacht. Die Durchführung zusätzlicher Ausschreibungen bedeute aber jeweils einen grossen Aufwand. Durch die langfristige Auslegung von ALPIN soll dies möglichst vermieden werden.
Die Ausschreibung ist in vier Lose unterteilt, die je ein Kostendach aufweisen: Programm-/ Projektleitung (45 Millionen Franken), Teilprojektleitung (43 Millionen Franken), Leitung Projekt-Office (20 Millionen Franken) und Businesss Analyse (20 Millionen Franken). Pro Los sind bis zu acht Zuschläge vorgesehen. Wenn eine Dienststelle einen konkreten Projektleitungsauftrag an Externe vergeben will, wird ein Mini-Tender-Verfahren durchgeführt, wie uns Roth erklärte. Die entsprechende Dienststelle informiert die Zuschlagsgewinner im passenden Los über die konkreten Anforderungen, unter anderem das dafür benötigte spezifische Know-how, und entscheidet dann aufgrund der Rückmeldungen. (Hans Jörg Maron)

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