Bundes­verwaltung startet einen Bug-Bounty-Test

10. Mai 2021 um 11:41
  • schweiz
  • security
  • verwaltung
  • bug bounty switzerland
image

Ein Pilotprojekt zusammen mit Bug Bounty Switzerland soll zeigen, ob sich so die IT-Sicherheit beim Bund verbessern lassen könnte.

Immer öfter setzen Unternehmen und Behörden weltweit Bug-Bounty-Programme zur Verbesserung der Sicherheit ihrer IT-Infrastrukturen ein. Nun macht dies auch der Bund, wenn auch vorerst nur in einem eng eingegrenzten und nicht öffentlichen Pilotprojekt. Aufgesetzt und durchgeführt wird der Test von Bug Bounty Switzerland (BBS).  Eingesetzt wird dazu eine Bug-Bounty-Plattform, die BBS in den letzten Monaten mit technischer Hilfe von Microsoft Schweiz entwickelt habe, erklärt das Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), welches die Aufsicht über das Projekt hat. Diese Plattform werde komplett in der Schweiz betrieben.
Ab heute, dem 10. Mai 2021, sucht eine Reihe von ethischen Hackern zwei Wochen lang nach Schwachstellen in zwei IT-Systemen des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sowie in einem System der Parlamentsdienste. Um welche Systeme es sich genau handelt, teilt das NCSC nicht mit.
Mitmachen dürfen beim Pilotprojekt nur ethische Hacker, die BBS oder dem NCSC bekannt sind und sich bereits in anderen Projekten bewährt haben. Das NCSC möchte mit dem Projekt abklären, inwiefern Bug-Bounty-Programme einen strategischen Beitrag zur Sicherheit von Infrastrukturen bei Verwaltungen und Unternehmen leisten könnten.
Bug-Bounty-Programme kommen in letzter Zeit immer mehr in Mode. Während früher eigentlich nur Internetriesen wie Google solche Programme auslobten, tun dies mittlerweile auch immer mehr andere IT-Unternehmen und nun auch andere Grossunternehmen und Behörden. 
Der Grund ist einfach: Immer mehr gelangen Organisationen zur Einsicht, dass ihr internes Security-Personal nicht ausreicht, um systematisch und umfassend nach Schwachstellen in ihren IT-Systemen zu suchen. Nach dem Motto "Viele Augen sehen mehr als wenige" sind Bug-Bounty-Programme eine Möglichkeit, deutlich mehr Leute nach Schwachstellen suchen zu lassen. Da nur Geld fliesst, wenn ein Hacker eine Schwachstelle findet und meldet, sind solche Programme relativ kostengünstig. Zudem ist auch das Vertrauen gestiegen, dass an solchen Programmen beteiligte Hacker ihre Erkenntnisse nicht missbrauchen.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Schweizer Anwaltskanzlei schildert Reaktion auf Cyberangriff

Die Kanzlei reagierte rasch. Hinter dem Angriff steckt eine in der Schweiz noch kaum bekannte Ransomware-Bande.

publiziert am 16.7.2026
image

Security-Fachleute misstrauen KI – mehr oder weniger

KI kann die Effizienz erhöhen, aber manche fühlen mehr Stress als früher.

publiziert am 15.7.2026
image

SAP schliesst 20 Sicherheitslücken

Der Softwarekonzern hat in Kooperation mit Sicherheitsspezialisten mehrere Löcher in seinen Geschäftsanwendungen gestopft. Vier davon sind als besonders kritisch eingestuft.

publiziert am 15.7.2026
image

Microsofts Monster-Patch-Tuesday

Der Software-Riese will diesen Monat nicht weniger als 622 Sicherheitslücken in seinen Produkten schliessen.

publiziert am 15.7.2026