Adcubum will sich auf das Kerngeschäft im Bereich Schweizer Kranken- und Unfallversicherung konzentrieren.
Der St. Galler Versicherungssoftware-Hersteller Adcubum hat gestern Abend in einer Medienmitteilung auf die
Berichte über die Änderungen im Management und im Verwaltungsrat reagiert. Gestern wurde bekannt, dass Didier Sangiorgio sein Amt als Verwaltungsratspräsident bereits Anfang Mai an den ehemaligen Sunrise-, Ascom- und HP-Schweiz-Chef Urs Fischer abgegeben hatte. Ausserdem wird CEO Christoph Brand - ehemaliger Sunrise-CEO - Adcubum per 1. Juli verlassen und zu Tamedia gehen.
Adcubum schreibt nun, der bisherige Präsident Sangiorgio habe sein Amt "aufgrund seines Entscheids zur Fokussierung auf andere Mandate" zur Verfügung gestellt. Er bleibt aber im Verwaltungsrat. Was den Weggang von Brand betrifft, erklärt der neue Verwaltungsratspräsident Fischer auf Anfrage von inside-channels.ch, dass der Entscheid zugunsten von Tamedia schon vor der Generalversammlung vom 7. Mai gefallen sei. Nun sei eine ordentliche Übergabe seiner Aufgaben an COO René Janesch (Foto) geplant. Der Verwaltungsrat habe dem Führungsgremium sein Vertrauen ausgesprochen und Janesch werde das Unternehmen bis auf weiteres als "primus inter pares" führen, so Fischer. In der Mitteilung heisst es, dass der Prozess zur Bestimmung des neuen CEOs läuft.
Adcubum will sich laut der Mitteilung auf das heutige Kerngeschäft im Bereich Schweizer Kranken- und Unfallversicherung konzentrieren, wobei die Diversifikation in andere Versicherungssparten ein Ziel bleibe, betont das Unternehmen. Aufgrund dieser von ihm vorgeschlagenen Fokussierung habe sich CEO Brand dazu entschlossen, das Unternehmen nach rund zwei Jahren an der Spitze zu verlassen.
Gerüchteweise heisst es, dass Aktionär Martin Ebner unzufrieden war mit der Entwicklung des Unternehmens. Ausserdem steht die Expansion in Deutschland offenbar vor dem Aus. Zu den Hauptaktionären gehört auch Avaloq-Chef Francisco Fernandez, der heute für eine Stellungnahme nicht erreichbar war. Urs Fischer wollte sich nicht zu den Gerüchten äussern. (Maurizio Minetti)