Der Bund kaut an seiner IT-Strategie

22. März 2019 um 14:31
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Bundesrat veröffentlicht neue Version des Masterplans zur Umsetzung der IKT-Strategie.

Bundesrat veröffentlicht neue Version des Masterplans zur Umsetzung der IKT-Strategie.
Die letzte vom Bund veröffentlichte IT-Strategie bezieht sich auf den Zeitraum von 2016 bis 2019. Entsprechend arbeitet man in Bern an der Erarbeitung der Strategie für die Jahre 2020 bis 2023. Das Projekt ist Teil des heute veröffentlichten Masterplans 2019 zur Umsetzung der IKT-Strategie. Ein Blick in den Masterplan zeigt, wie viel man heute beim Bund investiert, um überhaupt erst mal Strategien zu entwickeln.
So soll Ende 2019 die erste Etappe zur Umsetzung der IKT-Sourcing-Strategie abgeschlossen sein. Bis dann will man IKT-Sourcing-Grundlagen und Steuerungsmodelle entwickelt haben. Ebenfalls bis Ende 2019 will man die Programme für die Migration der Kern-Software von SAP auf die neueste Generation festgelegt haben. Das Projekt trägt die schönen Namen "Superb23" für die Bundesverwaltung und "ERPSYSVAR" für die militärischen Versionen.
Der Aufwand für die Definition des Programmauftrags für "Superb23", für den Bau einer Programmorganisation und die Verabschiedung der Steuerungs- und Sourcing-Modelle wird mit total 8900 Personentagen angegeben. Wirklich mit der Umsetzung der Migrationsprojekte beginnen wird man dann erst 2020.
Weiteres Strategieprojekt ist die Erarbeitung einer Studie über die "IKT-Planung für Aufgaben mit erhöhten Anforderungen". Diese soll Mitte 2019 vorliegen. Und dann gibt es eben noch das Projekt, eine strategische Informatikplanung für die Jahre 2020 bis 2023 zu erarbeiten.
Cloud-Strategie bis Mitte 2020
Man arbeitet beim Bund in diesem Jahr aber nicht nur an der Definition der IKT-Strategie generell und an der Vorbereitung des Monster-SAP-Projekts, sondern will auch die Anforderungen an die Infrastrukturen neu definieren. So sollen bis Mitte 2020 das Betriebsmodell RZ-Verbund und die Strategie und Zielarchitektur Hybrid-Cloud vorliegen. Darin will man festlegen, welche Applikationen und Daten aus welchen Clouds bezogen werden sollen. Ebenfalls bis dann will man im Projekt "Digital Backbone" festlegen, welche Anwendungen und Dienste in Zukunft auf welchen Plattformen entwickelt und geliefert werden sollen.
Fiscal-IT aus der Beobachtung entlassen
Die Entwicklung einer IKT-Strategie für den Bund ist also offensichtlich enorm aufwändig und dauert. Doch es gibt auch gute Nachrichten. So wurde das sehr grosse Projekt Fiscal-IT aus der Liste der IKT-Schlüsselprojekte entlassen. Es habe die Ziele "grossmehrheitlich" erreicht, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung heute.
Neu zählt das Projekt "Entflechtung IKT-Basisdienstleistungen VBS" zu den IKT-Schlüsselprojekten. Solche Projekte werden näher begleitet und von der Finanzkontrolle öfter überprüft. (hc)

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