Deutscher Haufe-Verlag kauft St. Galler Umantis

28. Februar 2012, 09:29
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Haufe übernimmt die Mehrheit des Herstellers von webbasierter Software für das Talent- und Leistungsmanagement Umantis.

Haufe übernimmt die Mehrheit des Herstellers von webbasierter Software für das Talent- und Leistungsmanagement Umantis.
Der St. Galler Softwarehersteller Umantis sei vom deutschen Haufe-Verlag übernommen worden, berichtet die 'Badische Zeitung' heute. Carsten Fenner, Marketing Manager von Umantis, bestätigte die Meldung und verwies auf eine soeben veröffentlichte Medienmitteilung. Darin erklären die "profitablen und stark wachsenden" Unternehmen, dass sie im Bereich Talentmanagement die Marktführerschaft in Europa übernehmen wollen.
Umantis entwickelt eine webbasierte Software für das Talent- und Leistungsmanagement. Die Software unterstützt etwa neben dem Bewerbermanagement auch die Abläufe rund um Mitarbeitergespräche, Personalentwicklung, Nachfolgeplanung sowie den Einsatz sozialer Unternehmensnetzwerke. Zu den über 750 Kunden gehören unter anderem Schweizer Banken, Kuoni, Lindt, Ringier, Migros, Ruag, Axpo oder die Bundesverwaltung und das Schweizer Fernsehen. Am Hauptsitz in St. Gallen sind 50 Mitarbeitende beschäftigt, im deutschsprachigen Raum zusammen mit Partnern über 100. Haufe berät HR-Manager in Firmen und bietet auch Applikationen an, wurde jedoch bisher nicht wirklich als Softwarehersteller wahrgenommen.
Der SuccessFactors-Faktor
Der Deal kommt zu einem interessanten Zeitpunkt, wurde doch erst kürzlich der direkte Umantis-Konkurrent SuccessFactors von SAP übernommen - die allergrösste Mehrheit der Umantis-Kunden arbeiten mit SAP, könnten also in Zukunft versucht sein, statt das Umantis-Modul jenes von SAP einzuführen. Gemäss Fenner habe der Verkauf aber einen anderen Hintergrund: Umantis und der Haufe-Verlag seien schon seit fünf Jahren Partner und im Fokus stünde einerseits der Zugang zum deutschen Markt und andererseits, dass man dadurch über Kapital zum wachsen verfüge.
Und trotzdem möchte Umantis betonen, dass die Software des US-amerikanischen Konkurrenten einen völlig anderen Ansatz habe, nämlich top-down, sprich: Man geht von den Management-Entscheidungen aus. "Unser Ansatz ist hingegen europäisch", so Fenner, "im Sinne, dass man die Mitarbeitenden in Prozesse und Entscheidungen miteinbezieht."
Umantis, gegründet von Hermann Arnold (Geschäftsführer) und Nicole Herzog, entstand im Jahr 2000 im Umfeld der Universität St. Gallen und der ETH. Wie Fenner erklärt, hat Haufe in einem ersten Schritt die Mehrheit der Aktien gekauft - den Preis nannte er nicht. Später kann Haufe noch weitere Anteile kaufen. Ab sofort sitzen mit Markus Reithwiesner und Joachim Rotzinger zwei Haufe-Manager in der Geschäftsleitung von Umantis. Weitere Änderungen seien vorerst nicht geplant. (Maurizio Minetti)

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