"Ich bin so schlau, scharf denkend, gefährlich, mächtig, et cetera"
Der sogenannte "Comodo-Hacker", der von sich behauptet, für den
Hack beim niederländischen SSL-Zertifikatsanbieter DigiNotar verantwortlich zu sein, brüstet sich nun damit, dass er via gefälschte Windows-Updates Millionen von Computern weltweit kompromittieren könnte. Die aufdringliche Ansage des Hackers könnte durchaus ernst zu nehmen sein, denn im Zuge der Zertifikats-Affäre bei DigiNotar wurden auch Zertifikate für microsoft.com, windowsupdate.com und update.microsoft.com gestohlen. Microsoft selbst beruhiht allerdings, dass Windows-Updates gegen die Bedrohung gewappnet seien.
Machtrausch vorm Bildschirm
Der Mensch selbst tönt denn auch eher grössenwahnsinnig als bedrohlich: "Ganz einfach: Ich kann selbst Updates via Windows Update releasen. Kapiert?! Ich bin so schlau, scharf denkend, gefährlich, mächtig, et cetera", so ein Originalzitat des berüchtigten Hackers auf einer Seite namens 'Pastebin'. Es folgen diverse technische Erläuterungen, die die Behauptung mit Fakten untermauern sollen. Der Comodo-Hacker war erstmals aufgefallen als er eine Seite eines Vertriebspartners der Sicherheitsfirma Comodo geknackt hatte.
Ob er jedoch im Alleingang gehandelt hat, ist fraglich, hatten niederländische Autoritäten doch die Verantwortlichkeit für den Angriff wegen seiner Professionalität und seines Ausmasses auf Seiten der iranischen Machthaber gesucht.
"Dazu wird sehr viel spekuliert", meint der Security-Experte Martin Huber von Corporate Trust Business Risk & Crisis Management gegenüber 'pressetext'. "Es wird vermutet, dass sich der Hacker im Iran befindet oder zumindest von ihm unterstützt wird, weil dort nach der Attacke gefälschte Google-Zertifikate eingesetzt wurden, um User auszuspionieren." Es gebe aber keinerlei gesicherte Informationen, so der Experte.
Dementi von Microsoft
Ein Hacker habe aber trotz eines gefälschten DigiNotar-SSL-Zertifikats keinen Hebel für das Windows-Update, so Microsoft-Programmierer Jonathan Ness: "Der Windows Update-Client wird nur Daten installieren, die durch ein aktuelles Microsoft-Root-Zertifikat bestätigt werden. Microsoft veröffentlicht und sichert dieses Zertifikat selbst." (pte)