Uneinigkeit unter Kantonen gefährdet die rasche Einführung des Ergänzungsfachs Informatik an den Schweizer Mittelschulen.
Im Juli 2007 verabschiedete der Bundesrat ein neues Maturareglement, in dem die Naturwissenschaften wieder aufgewertet wurden. Mit der dringend nötigen Reform wurde auch wieder Informatik als Ergänzungsfach an den Gymnasien ermöglicht.
Doch nun droht sich die Einführung von Informatik zu verzögern und es besteht die Gefahr, dass in einigen Kantonen wieder nur Anwenderwissen statt "echter Informatik", nämlich einer Einführung in Software-Entwicklung, vermittelt wird. Darauf aufmerksam gemacht hat der Luzerner Nationalrat Hans Widmer, der Mitte Dezember eine Interpellation zum Thema einreichte.
Zwar wurde rasch ein
Rahmenlehrplan erarbeitet, doch wurde dieser an der Erziehungsdirektorenkonferenz nicht verabschiedet. Dies führt dazu, dass Kantone wie Luzern und Bern, die vorwärts machen wollen, blockiert werden. Ebenfalls noch umstritten ist die Frage, wie und durch wen die Lehrkräfte an den Gymnasien ausgebildet werden sollen.
Wie Widmer
in seiner Interpellation ausführt, besteht die Gefahr, dass die Interessen der SchülerInnen, die hier und heute das Gymi absolvieren, auf dem Altar der unterschiedlichen Meinungen der ErziehungsdirektorInnen der Kantone geopfert werden.
Angesichts des bedrohlichen Mangels an Gymi-Absolventen, die sich eine Informatik-Karriere vorstellen können, ist es in unseren Augen vordringlich, dass die Erziehungsdirektorenkonferenz den Rahmenlehrplan rasch verabschiedet und das Ergänzungsfach Informatik halt noch nicht flächendeckend aber überall dort, wo Wissen und Können unter den Lehrkräften vorhanden ist, angeboten werden kann. Schliesslich wird die Hasler-Stiftung im Rahmen von Informatica08 bereits
diesen April mit der sehr gut dotierten Kampagne "Fit in IT" an den Mittelschulen loslegen. (Christoph Hugenschmidt)