Für den Neubau von Rechenzentren im Kanton Schaffhausen gelten zukünftig strengere Vorgaben. Dafür hat der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen auf den 1. Dezember 2026 eine Änderung der Energieverordnung beschlossen, wie die Staatskanzlei mitteilt.
Der Hintergrund ist der Mitteilung zufolge die Motion "Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Bauland", welche vom Kantonsrat am 1. Juni 2026 für erheblich erklärt wurde. Sie sei anschliessend der Kommission für Bau, Verkehr und Energie (BVE) zur Umsetzung überwiesen worden. Im Rahmen der Umsetzung habe der Regierungsrat in der Verordnung eine Ergänzung der Effizienzanforderungen an Rechenzentren vorgenommen.
Durch die Ergänzung gelten statt nur einer zukünftig drei Vorgaben für Rechenzentren. Der bisherige Grenzwert für die Energieeffizienz werde um Vorgaben für Treibhausgaseffizienz und Wassereffizienz ergänzt, heisst es. Dabei würden die Grenzwerte so gewählt, dass für die Betreiber ein Anreiz bestehe, haushälterisch mit den Ressourcen umzugehen und die in Rechenzentren entstehende Abwärme zu nutzen.
Laut dem Regierungsrat sollen mit den neuen Vorgaben einerseits die Bedenken der Bevölkerung adressiert werden. Andererseits soll der politischen Diskussion rund um Rechenzentren im Kanton Rechnung getragen werden.
Outsourcing der kantonalen Rechenzentren
Der Kanton befindet sich inmitten der Ablösung eines seiner zwei Rechenzentren. Der kantonale Dienstleister Informatik Schaffhausen (ITSH) betreibt eine Anlage im Ebnatring und eine zweite im unteren Mühlental. Letzteres sei in die Jahre gekommen und "die thermisch-physikalischen Bedingungen entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen", so ITSH in einer Ausschreibung zu den
Outsourcing-Plänen im Dezember 2024.
In der Anlage in Ebnatring ereignete sich jedoch im
Frühjahr 2025 ein Schadensfall: Sämtliche IT-Geräte inklusive Server, Storage-Systeme und Netzwerktechnik waren mit einem feinen weissen Pulver überzogen. Eine Untersuchung der Materialprüfungsanstalt Empa ergab, "dass es sich bei den weissen Verunreinigungen um transportierte Partikel von der Wand und der Farbe handeln muss, die auf den Oberflächen abgelagert wurden".
ITSH musste handeln und entschied sich für ein
komplettes Outsourcing der Infrastruktur. Den Auftrag im Wert von 34 Millionen Franken erhielt Axians BNC, weil "die Zuschlagsempfängerin eine vergleichbare bzw. kompatible Infrastruktur betreibt, was für die unmittelbare und möglichst unterbruchsfreie Migration unabdingbar ist". Alle drei Standorte des Dienstleisters liegen nicht im Kanton Schaffhausen.