Der neue Lenovo-Schweiz-Chef Patrick Roettger holt Apple-Veteran Roger Brustio und baut ein Retail-Team auf. Hochpreis-Strategie.
Seit vielen Jahren spricht man davon, dass der chinesische Hersteller Lenovo im Schweizer Consumer-Markt Fuss fassen wolle. Doch es ist bei ziemlich zaghaften Versuchen geblieben: Man traf zwar da und dort Lenovo-Geräte im Detail- und Onlinehandel, doch war keine Strategie erkennbar.
Dies soll sich nun ändern: Seit 1. November ist Roger Brustio (Foto) als Head of Consumer Business bei Lenovo Schweiz. Brustio kennt man als ehemaligen Country Manager von Apple Schweiz und als Channel-Betreuer von EMC. Zuletzt war er bei Hewlett-Packard als Storage Sales Manager beschäftigt. Ebenfalls neu bei Lenovo ist André Schmidt. Der ehemalige Marketing-Manager von Fujitsu in der Schweiz ist bei Lenovo als 4P-Manager betitelt.
Wie Lenovo-Schweiz-Chef Patrick Roettger auf Anfrage sagte, soll das neue Team für das Geschäft mit Privatkunden bis Anfang April eine Strategie ausarbeiten und erste Versuche starten. Er will Lenovo als Highend-Marke mit den "Idea"-Produkten (Notebooks, Tablets, All-in-One-PCs) etablieren. Roettger: "Preise senken kann man immer, ein Markenimage zu korrigieren, ist hingegen sehr schwer." Die Business-Geräte der "ThinkPad"-Linie werden dem klassischen Lenovo-Channel vorbehalten bleiben, so Roettger.
Zum ersten Mal leistet sich Lenovo in der Schweiz ein lokales und dediziertes Team für das Consumer-Business. Das dürfte den Kampf um den
eh schon schwächelnden Heim-PC-Markt noch verschärfen. (Christoph Hugenschmidt)
(Interessenbindung: Lenovo ist ein Werbekunde unseres Verlags.)