Facebooks Kryptowährung stösst auf Skepsis

26. Juni 2019, 15:20
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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht der Krypto-Währung von Facebook gelassen entgegen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht der Krypto-Währung von Facebook gelassen entgegen. Das White Paper sehe professionell aus und die Initianten hätten angedeutet, sich an die Regeln halten zu wollen. Dies sagte SNB-Direktor Thomas Moser an einer Veranstaltung in Zug, von der der 'Tagesanzeiger' berichtet.
Anders klingt es aus den USA, wo sich die Zentralbank Federal Reserve zu den Plänen von Facebook geäussert hat. Man werde Libra sorgfältig prüfen. "Angesichts des möglichen Umfangs denke ich, dass unsere Erwartungen – aus Sicht des Verbraucherschutzes, aus Sicht der Regulierung – sehr, sehr hoch sein werden", sagte der Vorsitzende der Zentralbank, Jerome Powell, gemäss 'Reuters'. In den USA will daneben auch der für die Finanzdienstleistungsbranche zuständige Ausschuss des Repräsentantenhauses (United States House Committee on Financial Services) Libra genauer unter die Lupe nehmen. Die Vorsitzende Maxine Water plane eine Anhörung, schreibt die 'New York Times'. Sie fordere, dass Facebook die Weiterentwicklung stoppe, bis die "grossen Fragen" beantwortet seien. Die Anhörung finde Mitte Juli statt. Zum selben Zeitpunkt wird auch eine Anhörung im Senat zum Thema erwartet.
Facebook gab die Libra-Pläne vergangene Woche offiziell bekannt. Dabei wurden auch die Partner der für die Kryptowährung zuständige Association bekannt. Es sind gewichtige Namen wie Visa, Mastercard und Uber. Einige der Partner, so berichtet die 'New York Times' nähern sich der Sache aber sehr vorsichtig. Sie hätten unverbindliche Vereinbarungen abgeschlossen und könnten sich demnach leicht wieder zurückziehen, so der Bericht. Die US-Zeitung beruft sich auf Manager von sieben Partner-Firmen, die anonym bleiben wollten.
Facebook sagte, dass die 27 Partner, die letzte Woche angekündigt wurden, mindestens 10 Millionen Dollar beisteuern und sich einer Libra Association anschliessen. Aber bisher habe noch kein Geld den Besitzer gewechselt, schreibt die 'New York Times'. Demnach werden einige Partner erst entscheiden, ob sie der Association beitreten und die Zahlung leisten wollen, nachdem mehr Klarheit darüber besteht, wie Libra funktionieren wird, so die Führungskräfte der sieben Unternehmen. (kjo)

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