Fachhochschule Graubünden will den Pi-Weltrekord brechen

5. August 2021 um 14:23
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Mithilfe eines Hochleistungsrechners sei die Berechnung der Kreiszahl bei 62,8 Billionen Kommastellen angelangt.

Die Fachhochschule Graubünden nähere sich dem Ziel, den bald zwei Jahre alten Weltrekord zur Berechnung der Kreiszahl Pi zu brechen, heisst es in einer Mitteilung. Mit der Berechnung von Pi auf 62,8 Billionen Kommastellen in hexadezimaler Schreibweise sei am 4. August ein wichtiger Meilenstein erreicht worden.
3,141… – der aktuelle Pi-Weltrekord gehört dem Amerikaner Timothy Mullican. Der DevOps Engineer überflügelte am 29. Januar 2020 die bisherige Rekordhalterin Emma Haruka Iwao von Google Cloud Computing um über 18 Billionen Stellen und schraubte damit den Rekord auf 50 Billionen Nachkommastellen (50'000'000'000'000) hoch.

Seit drei Monaten läuft die Berechnung

Seit dem 4. Mai 2021 läuft an der Fachhochschule Graubünden der neue Rekordversuch. Der Herausforderung habe sich das Team des Zentrums für Datenanalyse, Visualisierung und Simulation (DAViS) in Kooperation mit dem Bachelorstudiengang Computational and Data Science gestellt. Die Berechnung sei seither auf einem Hochleistungsrechner des DAViS gelaufen.
"Wir wollen aufzeigen, dass wir mit begrenztem Budget, Hardware und personellen Ressourcen die extrem speicherintensive Berechnung von Pi auf 62.8 Billionen Stellen effizient durchführen können", hiess es in der Ankündigung.
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Vergleich Berechnungszeiten FH Graubünden, Google und T. Mullican. Grafik: FH Graubünden
Wer sich für die eingesetzte Hardware interessiert: Auf der Website des Projekts lassen sich die Details nachlesen. Als Prozessoren wurden 2 AMD EPYC 7542 CPUs mit je 32 Kernen eingesetzt, dazu 38 Festplatten à 7200 rpm und je 16 TB Speicherplatz. "Davon werden 34 für das Swapping benutzt und 4 Festplatten für die Pi Speicherung verwendet."

Endresultat in 2 Wochen

Seit dem 4. August sei nun die angepeilte Anzahl Stellen in einer ersten Version auf dem Rechner gespeichert. "Da diese aufgrund der hexadezimalen Notation für Menschen nicht sonderlich gut lesbar ist, konvertiert der Computer die Zahl daher nun in das Dezimalsystem. Als letzter Schritt überprüft dann das Programm mit einem speziellen mathematischen Algorithmus die Zahl auf deren Korrektheit", schreibt IT-Projektleiter Thomas Keller in der Mitteilung.
Damit werde sichergestellt, dass sich während der monatelangen Berechnung keine Fehler eingeschlichen haben. Das Endresultat sollte in ungefähr zwei Wochen vorliegen. Falls sich die errechnete Zahl als korrekt herausstelle, werde das Team der FH Graubünden den Rekordversuch im Guinnessbuch der Weltrekorde eintragen lassen.

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