Finma und die Fintech-Szene

18. September 2015 um 10:02
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Die Finma überlegt sich die Einführung einer neuen Bewilligungskategorie für kleine Zahlungsdienstleister, Crowd-Funding-Plattformen und ähnliche Startups.

Die Finma überlegt sich die Einführung einer neuen Bewilligungskategorie für kleine Zahlungsdienstleister, Crowd-Funding-Plattformen und ähnliche Startups.
Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma will der technologischen Entwicklung in der Finanzindustrie nicht im Wege stehen. Dies erklärte Finma-Chef Mark Branson letzte Woche an einer Veranstaltung in Zürich. Die Finma überprüfe zur Zeit systematisch alle Verordnungen und Rundschreiben mit dem Ziel, die Regulierung technologie- und geschäftsmodellneutral zu gestalten, heisst es im öffentlich zugänglichen Skript von Bransons Vortrag.
Die Bankenaufsicht habe explizit die Möglichkeit, Kunden digital zu identifzieren, in die neue Geldwäschereiverordnung integriert, so Branson. "Wir sind im Kontakt mit Anbietern von Produkten, die eine Identifizierung per Videoübertragung ermöglichen. Auch das wird kommen", heisst es in dem Skript.
Die Aufsichtsbehörde wolle nicht zu jenen gehören, die Hürden für Wettbewerb und Innovation errichten, sagte Branson und habe deshalb ein Projekt zur "Modernisierung der Finanzmarktregulierung" gestartet. Der Finma-Chef wies aber auch darauf hin, dass in vielen Fällen die Gesetze angepasst werden müssen. Ein Prozess der bekanntlich nie schnell vor sich geht.
Alternative zur Banklizenz?
Eine grosse Hürde für neuartige Finanzdienstleister wie Crowd-Funding-Plattformen, Zahlungsdienstleister oder Dienstleister im Umfeld von virtuellen Währungen (z.B. Bitcoin) ist, dass man bereits ab 20 Publikumseinlagen eine Banklizenz beantragen muss. Eine solche zu erlangen ist aufwändig und teuer.
Branson sagte, er plädiere deshalb dafür, über "eine neue Bewilligungskategorie nachzudenken, die tiefere Anforderungen stelle. Eine solche Bewilligungskategorie für "einfache Geldinstitute" würde eine Hürde für den digitalen Finanzplatz abbauen. Der oberste Bankenhüter sagte allerdings auch, dass er die Bewilligungsanforderungen im Bereich Geldwäscherei auch für Start-ups sinnvoll findet.
Risiko Outsourcing und Cyberkriminalität
Die Finma arbeitet offenbar auch daran, die beaufsichtigten Banken besser auf Cyberrisiken hin zu überwachen. Die Behörde arbeite an einem Konzept für "externe Probeangriffe zur Überprüfung der Abwehrdispositive", sagte Branson.
Ausserdem fragt man sich bei der Finanzmarktaufsicht, ob marktbeherrschende Outsourcing-Dienstleister nicht eine neue Form von Systemrelevanz seien. Da könnten auf Outsourcing-Dienstleister wie B-Source oder Swisscom neue Herausforderungen zukommen. (hc)
(Quelle für diese Story: Die Online-Zeitung finews hat von der Veranstaltung berichtet.)

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