Firefox wird nun mit Hilfe von Machine Learning programmiert

18. Februar 2019, 13:44
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"Wenn wir ein Update veröffentlichen oder eine neue Funktion hinzufügen, sollte der Übergang für die User so nahtlos und einfach wie möglich sein," dies schreiben die Firefox-Verantwortlichen in einem Blogpost.

"Wenn wir ein Update veröffentlichen oder eine neue Funktion hinzufügen, sollte der Übergang für die User so nahtlos und einfach wie möglich sein," dies schreiben die Firefox-Verantwortlichen in einem Blogpost.
Damit dies gelingt, vertraut die Open-Source-Stiftung Mozilla nicht mehr allein dem Wissen und Können der Entwickler-Community, sondern auch Big Data und Machine Learning. Es komme "Clever-Commit" zum Einsatz, eine KI-basierte Lösung von Ubisoft La Forge und der Concordia University.
Verantwortliche hatten die Lösung letzten März im kurzen Paper "Combining Code Metrics with Clone Detection for Just-In-Time Fault Prevention and Resolution in Large Industrial Projects" (PDF) vorgestellt.
Darin schlagen sie eine Lösung vor, die sie Clever nennen ("Combining Levels of Bug Prevention and Resolution"-Techniken). Der Ansatz beruhe auf einem zweiphasigen Prozess und soll riskante Commits abfangen, bevor sie das zentrale Repository erreichen. Also bevor Bugs und Regressionen zum Problem werden.
Dabei soll der "Programmierassistent" Clever-Commit mit KI Muster von Programmierfehlern entdecken, indem die Entwicklungshistorie analysiert wird. Zum Datenset hinzugefügt werden mit einer unique ID versehene Bug-Daten aus dem Bug-Tracking-System und Daten aus Versionskontrollen.
Nicht zuletzt kämen "Reinforced Learning"-Techniken ("Bestärkendes Lernen") zum Einsatz, um den Entwicklern Vorschläge für Lösungen und Verbesserungen zu bieten. Die Risikoanalyse und -erkennung, so der Anspruch, soll damit schneller gelingen, insbesondere wenn Tausende von Entwicklern an einem Projekt beteiligt sind und viel Code oft bearbeitet wird.
Bei Firefox lautet das Mengengerüst: durchschnittlich 8000 Software-Edits pro neue Version und alle sechs bis acht Wochen wird eine neue Version gelauncht. Die eingesetzten Programmiersprachen seien dabei JavaScript, C++ oder auch Rust.
Die Firefox-Entwickler setzten Clever-Commit beim Code Review ein, beim Testen und beim Release. Ausserdem bei der Automatisierung, so der Blogpost. Mozilla werde auch zur Weiterentwicklung von Clever-Commit beitragen, indem man Kenntnisse und Erkenntnisse im Arbeiten mit dem Programmierassistenten weitergebe.
Bei Ubisoft Laforge handelt es sich um eine Forschungslabor der Game-Firma und eine Beta-Version von Clever-Commit wurde erstmals bei der Entwicklung hauseigener Games eingesetzt. (mag)

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