Goodbye Whatsapp: Ganz Bundesbern setzt auf Threema Work

13. Februar 2019 um 10:14
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Für vertrauliche Inhalte darf nur noch der Schweizer Messenger eingesetzt werden, so das BIT auf Anfrage.

Für vertrauliche Inhalte darf nur noch der Schweizer Messenger eingesetzt werden, so das BIT auf Anfrage.
Der Gebrauch von Whatsapp bei Bundesangestellten gab letztes Jahr auch medial zu reden. Laut 'Aargauer Zeitung' war der Messenger-Einsatz nicht bundesweit geregelt und sogar Bundesräte kommunizierten mit dem US-Produkt.
Während laut 'AZ' Whatsapp im Wirtschafts- (WBF) und Aussendepartement (EDA) teilweise geschäftlich genutzt wurde, kam andernorts Threema zum Einsatz, wiederum weitere nutzten Skype for Business.
Dienstliche Kontakte, beziehungsweise Geschäftsdaten wurden im Rahmen des Mobile-Device-Management in einer speziell gesicherten Sandbox gespeichert.
Letzten Herbst kam dann die Ankündigung, dass der Bund einen Whatsapp-Ersatz für Bundesangestellte suche. Es stellten sich sofort Fragen: Geht es um eine Neuentwicklung oder das Customizing einer existierenden Lösung? Welche Spezifikationen oder Security-Standards sind gewünscht?
Nun ist klar, worauf der Bund setzt: Auf die Schweizer Standardlösung Threema Work. "Das Bundesamt für Informatik (BIT) stellt Threema Work allen seinen Kunden innerhalb der Bundesverwaltung, die ein verwaltetes Smartphone besitzen, zur Verfügung", sagt Sonja Uhlmann-Haenni, Sprecherin des BIT, auf Anfrage von inside-it.ch.
Allen Kunden? Ja. "Bis spätestens Mitte 2019 werden auch EDA und VBS die App vom BIT beziehen können", so Uhlmann-Haenni.
Je nach Klassifizierung von Inhalten ist festgelegt, wer was und wozu einsetzen darf: Für den dienstlichen Gebrauch ist für nicht klassifizierte oder als "intern" klassifizierte Inhalte auf den mobile Devices grundsätzlich die Sandbox-Lösung des Bundes für Mail, Kontakte und Kalender vorgesehen.
Sind die Inhalte als "vertraulich" klassifiziert, so "steht auf dem Handy nur die verschlüsselnde App Threema unter Beachtung entsprechender Einsatzrichtlinien zur Verfügung", erklärt die BIT-Sprecherin.
Der bemerkenswerte Schritt des Bundes zugunsten eines Schweizer Produkts ist für Threema ein prestigeträchtiger Erfolg. Der Entscheid hat zudem Konsequenzen für internationale Lösungen: Über Skype for Business kann die geschäftliche Kommunikation beim Bund nur gerade bis auf Stufe "intern" abgewickelt werden. "Eingesetzt wird diese Anwendung aber hauptsächlich auf den Arbeitsplatzsystemen", präzisiert Uhlmann-Haenni.
Und Whatsapp? "Whatsapp ist nicht für geschäftliche Kommunikation vorgesehen, kann aber für private Kommunikation benutzt werden, ausser ein Departement verbiete dies", so die Devise. (Marcel Gamma)

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