Google Cloud soll bis 2023 AWS oder Azure überholen

18. Dezember 2019, 14:48
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Als Nummer drei im Public-Cloud-Markt passt es Google nicht. Das Management hat ambitionierte Ziele.

Als abgeschlagener Dritter im Public-Cloud-Markt passt es Google nicht. Das Management hat ambitionierte Ziele.
Google hegt offenbar ehrgeizige Pläne für die Cloud-Einheit: Bis 2023 soll die gegenwärtig hinter AWS und Microsoft Azure abgeschlagene Nummer drei im Public-Cloud-Markt einen – oder am besten gleich beide – Konkurrenten überholt haben. So wolle es das Top-Management, schreibt 'The Information' mit der Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Globale Nummer eins im Public-Cloud-Markt ist AWS mit einem Marktanteil von 33 Prozent; dahinter folgt Microsoft Azure mit einem Anteil von 17 Prozent. Google folgt auf Rang drei mit einem Anteil von weniger als sieben Prozent, wie aus Zahlen zum dritten Quartal des Marktforschers Canalys hervorgeht.
Cloud als neue Umsatzquelle neben Werbung
Der Zeitplan und die 2023-Deadline seien Anfang letztes Jahr ausgearbeitet worden, nach einer monatelangen Debatte unter den Führungskräften von Google und dem Mutterhaus Alphabet über die Zukunft des Cloud-Geschäfts, so die Insider zu 'The Information' (Paywall). An diesen Treffen, bei denen auch Google-CEO Sundar Pichai, Alphabet-CFO Ruth Porat und der damalige CEO von Alphabet Larry Page anwesend gewesen seien, sei gar ein möglicher Rückzug aus dem Cloud-Geschäft besprochen und wieder verworfen worden.
Eine Anfrage von 'The Information' blieb von Google zunächst unkommentiert. Nach der Publikation des Artikels aber publizierte das Unternehmen eine Stellungnahme, in der es heisst, "Berichte über diese Gespräche von 2018 sind einfach nicht akkurat". 'The Information' beruft sich auf eine Reihe von Angestellten verschiedener Teams, darunter die App- und Database-Teams, denen die 2023-Deadline kommuniziert worden sei.
Der dritte Platz im Cloud-Markt sei für Page und sein Team "inakzeptabel" gewesen, so der Insider weiter. Für Alphabet stellt das Cloud-Geschäft von Google eine potenziell grosse neue Einnahmequelle neben dem Anzeigengeschäft dar. Noch immer wird ein Grossteil des Unternehmensumsatzes mit Google Ads erwirtschaftet. Das Cloud-Geschäft habe mehr Potenzial, viel Umsatz zu generieren als Alphabets "Other Bets", zu denen Waymo und Deepmind gehören.
Fünfjahresbudget für RZ-Ausbau
Kurz bevor Thomas Kurian das Amt als Google-Cloud-CEO von Diane Greene übernahm, habe die Alphabet-Führung die Google-Cloud-Mitarbeitenden über ein Fünfjahres-Budget informiert. 20 Milliarden Dollar sollen in den Ausbau der Rechenzentren und die Erweiterung der Cloud-Plattform fliessen. Über dieses Fünfjahresbudget berichtete zuvor auch 'Business Insider'.
In den neun Monaten bis Ende September 2019 flossen 38 Milliarden Dollar in RZ-Ausrüstung; ein Grossteil davon gaben Hyperscaler aus. Etwa ein Viertel dieser Investitionen würden von AWS, Microsoft und Google stammen, so ein Analyst gemäss 'The Register'. Die Ausgaben der Hyperscaler für RZ-Infrastruktur würden auch markant steigen.
Was genau passieren wird, wenn das Ziel, AWS oder Microsoft Azure zu überholen, nicht erreicht wird, ist laut Bericht unklar. Eine Möglichkeit sei, dass kein weiteres Geld in den Ausbau investiert werde. Ohne eine bestimmte Grösse sei das Cloud-Business nicht rentabel. Und um diese Grösse zu erreichen, müsse Google eine Top-2-Position einnehmen, so der Insider. (kjo)

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