Der Tech-Konzern Google muss sich in den USA mit einem weiteren Kartellrechtsstreit auseinandersetzen. 36 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington DC haben eine Wettbewerbsklage gegen die Alphabet-Tochter eingereicht.
Das geht aus einem Eintrag beim Bundesgericht des nördlichen Bezirks von Kalifornien in San Francisco hervor. Die Klageschrift war jedoch zunächst nicht verfügbar.
Laut US-Medien dreht sich das Verfahren um angebliche kartellrechtliche Verstösse beim Geschäft mit Apps für den Play Store. So berichtet 'Bloomberg', dass es um die Höhe der Gebühren gehe, die Google von App-Entwicklern verlange.
Die Dominanz von Google und Apple im App-Geschäft sorgt schon länger für Kritik.
Mehrjährige Untersuchung
Die Bundesstaaten argumentieren laut 'Reuters', dass Google Konkurrenten aufgekauft habe und restriktive Verträge verwende, um ein Monopol für seinen App-Store auf Android-Geräten aufrechtzuerhalten. Die Vorwürfe stammen demnach aus einer 2019 begonnenen Untersuchung, die beinahe alle Bundesstaaten umfasst, und bereits zu drei weiteren Klagen gegen das Unternehmen geführt hat. Die Fälle könnten grössere Änderungen an Googles Geschäftsmodell erzwingen, schreibt die Nachrichtenagentur – inklusive daran, wie Google Einnahmen mit Werbung und In-App-Käufen generiere.
Google erklärte, dass es bei den Rechtsstreitigkeiten darum gehe, eine Handvoll grosser App-Entwickler, die eine bevorzugte Behandlung wünschten, zu unterstützen, und nicht darum, kleinen Unternehmen oder Usern zu helfen.
Die Kläger behaupten ihrerseits, dass Google durch geheime Projekte beabsichtigt habe, Samsung zu bezahlen, sodass der Hersteller aufhöre, mit seinem App-Store Google zu konkurrieren, schreibt 'Reuters'. Samsung hat hierzu keine Stellung genommen.
Auch beim anderen grossen Mobile-Player Apple geben die Store-Gebühren für App-Entwickler zu reden. Erst im vergangenen August war ein Streit zwischen dem "Fortnite"-Entwickler Epic Games und dem iPhone-Hersteller über die Gebühren entbrannt.