Der Krimi um das Schweizer Kryptounternehmen Envion geht in die nächste Runde. Wie die Wirtschaftszeitschrift 'Finance Forward' berichtet, seien die Räume des ehemaligen Envion-CEO Matthias Woestmann und die Kanzleiräume des Berliner Rechtsanwaltes Thomas van Aubel durchsucht worden. Dies habe die Staatsanwaltschaft Berlin
gegenüber dem Magazin bestätigt. Die Auswertung der bei der Razzia beschlagnahmten Akten, Unterlagen und Datenträger dauere noch an. Zu den weiteren Details der Durchsuchung gab die Berliner Staatsanwaltschaft keine Informationen bekannt.
Envion wollte mit mobilen RZs in Containern energieeffizient und günstig Kryptogelder schürfen. Anfang 2018 hat das Unternehmen
über einen ICO von rund 37'000 Investoren über 100 Millionen Dollar eingenommen. Anschliessend tauchten Berichte über ein Zerwürfnis zwischen Gründer und Management auf; es kam zu gegenseitigen Schuldzuweisungen.
Die Finma eröffnete im Juli 2018 ein Verfahren gegen das Krypto-Startup und betitelte
den ICO anschliessend als illegal. Envion habe das Aufsichtsrecht verletzt, teilte die Finma mit. Während dem Verfahren hat allerdings das Zuger Kantonsgericht den Konkurs über die Envion eröffnet, womit sich aufsichtsrechtliche Massnahmen gegen die Gesellschaft erübrigt haben.
Die Envion-Gründer haben inzwischen ein "Liquidation Update Program" gestartet. Über dieses sollen die Token-Inhaber entschädigt werden. Man erwarte, dass "mehrere Millionen Dollar" über das von einem Treuhänder geleitete Programm an Token-Halter ausgeschüttet werden können, schreibt 'Financial Forward'. (kjo)