Ingram Schweiz auf der Währungsachterbahn

9. Februar 2012, 13:35
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Die PC-Krise und der starke Franken haben auf den Umsatz von Ingram Micro Schweiz gedrückt.

Die PC-Krise und der starke Franken haben auf den Umsatz von Ingram Micro Schweiz gedrückt.
Am 31. Dezember 2011 hat der weltweit grösste IT-Distributor Ingram Micro das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen. Inside-channels.ch sprach mit Ingram-Schweiz-Chef Joe Feierabend über das Geschäft aus Schweizer Optik.
Man habe aus verschiedenen Gründen im Vergleich zum Vorjahr weniger Umsatz gemacht, so Feierabend: "Einerseits kaufen Privatanwender aufgrund des Tablet-Trends weniger Computer, andererseits litten wir insbesondere in der zweiten Jahreshälfte unter den Währungsschwankungen." Dass Schweizer IT-Distributoren eine schlechte zweite Jahreshälfte hinter sich haben, belegen auch die jüngst von inside-channels.ch veröffentlichten Zahlen von Context.
Ingram Micro Schweiz bezieht einen beträchtlichen Teil der Ware aus dem sogenannten XXL-Lager bei München. Als der Euro-Kurs bis zum Tiefpunkt im August sank, profitierte der Disti von den günstigen Europreisen. Dadurch hatte der Disti bei der Preissetzung mehr Spielraum, doch man habe nicht auf Kosten der Kunden Gewinn erzielt, sagt Feierabend: "Wir haben die Währungsgewinne entsprechend den Kunden weitergegeben, vor allem im zweiten Quartal." Zeitweise habe man bis zu 40 Prozent der Waren aus München bezogen. Auch vom sinkenden Dollarkurs in der ersten Jahreshälfte profitierte Ingram Schweiz, denn Komponenten wie Harddisks oder Memory bezieht der Disti in Dollar.
Mit dem Entscheid der Nationalbank im September, den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro festzulegen, kam der Gegenwind. Weil Ingram zuvor bei Offerten mit einem tieferen Kurs kalkuliert hatte, schmolzen die Erträge weg. Insgesamt war es zudem wieder ein Jahr im Zeichen des Preiszerfalls. Für Feierabend ist klar: "Auch wenn wir teilweise von den Währungsschwankungen profitieren können - stabile Kurse sind uns lieber." Von der Harddisk-Knappheit war Ingram in Europa nicht stark betroffen - man habe im richtigen Moment die richtige Menge eingekauft, sagt Feierabend. Im Value-Business, wo die Margen grösser sind als im PC-Geschäft, habe man zulegen können, etwa mit Cisco-Produkten.
Konzernzahlen
Was den Gesamtkonzern betrifft, konnte der neue CEO Alain Monié den höchsten Quartalsumsatz seit dem Schlussquartal 2007 präsentieren. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz aber nur um 0,7 Prozent auf 9,95 Milliarden Dollar. Gleichzeitig sank der Nettogewinn um 8,8 Prozent auf 104,9 Millionen Dollar. Ein Grund dafür war eine Steuergutschrift im Vorjahr. Die Bruttomarge sank von 5,7 auf 5,6 Prozent. (Maurizio Minetti)

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