iPhone als Lehrmittel an der Primarschule

21. August 2009, 14:38
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Interessantes Experiment an Innerschweizer Primarschule.

Interessantes Experiment an Innerschweizer Primarschule.
Soll man Schulkinder mit Smartphones ausrüsten, anstatt einige wenige Notebooks pro Klassenzimmer zu beschaffen? Und wie soll die Schule mit dem Paradox umgehen, dass man zwar mit grossem Aufwand moderne Informations- und Kommunikationstechnologien in den Unterricht zu integrieren versucht, gleichzeitig aber die von den Schülern am meisten benützten Geräte, Smartphones, von den Schulen verbannt?
Die Projektschule Goldau wagt in diesem Zusammenhang ein interessantes Experiment, Wie '10vor10' gestern berichtete, rüstet die Schule die SchülerInnen einer 5. Primarklasse mit iPhones aus. In dem für den deutschsprachigen Raum einmaligen Experiment sollen Erfahrungen zum Einsatz von persönlichen Smartphones in der Primarschule gesammelt werden.
Kinder haben sowieso Handys - warum sie nicht nutzen?
66 Prozent der 10 bis elfjährigen in Deutschland hatten letztes Jahr ein eigenes Mobiltelefon. Bei den zwölf bis dreizehnjährigen beträgt dieser Anteil bereits 86 Prozent, schreibt Schulleiter Beat Döbeli Honegger auf der Webseite zum Projekt. Bisher sei diese Entwicklung von der Schule kaum genutzt und nur selten medienpädagogisch begleitet worden und oft würden die Geräte in der Schule einfach verboten. Döbeli Honegger: "Damit ignoriert die Schule einerseits die didaktischen Potenziale, die sich ergeben, wenn alle Kinder täglich einen Fotoapparat, ein Sprachlabor, ein mehrbändiges Lexikon, eine Weltkarte, ein Diktiergerät und vieles mehr in der Hosentasche haben. Andererseits verpasst die Schule aber auch die Möglichkeit, Fragen von Sucht und Missbrauch zu thematisieren und eine sinnvolle, kritisch emanzipierte Nutzung aufzuzeigen und einzuüben."
Spannend finden wir auch die Überlegung, dass Smartphones im Alltag immer öfter Funktionen übernehmen, die früher PCs und Notebooks hatten. Warum also nicht gleich Mobiltelefone anschaffen, statt mühsam PCs und Notebooks, die einen relativ hohen Wartungsaufwand verursachen, in Netzwerke zu integrieren?
Sponsoring durch Swisscom
Gesponsort wird das auf zwei Jahre angelegte Experiment durch Swisscom, die sowohl die Kosten für die Geräte wie auch für die Kommunikationskosten übernimmt. (Christoph Hugenschmidt)
(Viele Überlegungen, die hinter dem iPhone-Projekt der Schule stehen, finden sich in einer öffentlich zugänglichen Präsentation, die Professor Döbeli Honegger an einem Elternabend zeigte.)

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