Junginformatiker möchten wieder mehr Geld

7. September 2007, 14:20
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Deutsche Studie zu Erwartungen und Wünschen von IT-Berufseinsteigern.

Deutsche Studie zu Erwartungen und Wünschen von IT-Berufseinsteigern.
Aus unserem nördlichen Nachbarland erreicht uns eine interessante Studie. Das Marktforschungsunternehmen Trendence führt dort jährlich eine Befragung durch, die sich um die Berufserwartungen und "Lebenspläne" von IT-Studienabsolventen dreht, das " Deutsche Absolventenbarometer – IT Edition". Einige der Ergebnisse dürfte sich durchaus auch auf die Schweiz übertragen lassen.
So halten sich die Erwartungen der IT-Frischlinge in Bezug auf ihren Einstiegslohn, trotz der zunehmenden Berichte über den grossen Informatikermangel, anscheinend immer noch in vernünftigen Grenzen. Zwar ist der durchschnittliche erwartete Einstiegslohn dieses Jahr rund 800 Euro höher, als vor einem Lahr, liegt aber immer noch unter dem Schnitt der Vorjahre seit 2002 (siehe Grafik). Ihres steigenden Wertes durchaus bewusst scheinen sich aber die Neueinsteiger in den gefragteren Berufszweigen zu sein: Junge Wirtschaftswissenschaftler und Software-Ingenieure erwarten 2000 Euro mehr Einstiegsgehalt als noch vor einem Jahr.
Eine Zusatzfrage zeigt, dass für etwas mehr als die Hälfte der Einstiegslohn ein wichtiges Kriterium bei der Arbeitgeberwahl ist – als noch einiges wichtiger wird aber das langfristige Verdienstpotential bewertet. Die erwartete Wochenarbeitszeit, die von 2002 bis 2005 konstant blieb, ist schon letztes Jahr um 0,4 Stunden gestiegen, und dieses Jahr kommen weitere 0,2 Stunden hinzu. Insgesamt liegt sie allerdings bei aus schweizerischer IT-Sicht betrachtet wohl relativ bescheidenen 43,6 Stunden.
Die Ausssichten, schnell einen Arbeitsplatz zu finden, werden sehr hoch eingestuft. Mehr als die Hälfte glaubt, dass sie weniger als fünf Monate für die Arbeitsplatzsuche brauchen werden, und fast 50 Prozent erwartet auch, dass sie dabei mit weniger als zehn Bewerbungen auskommen werden.
Bei den beruflichen Zielen des deutschen IT-Nachwuchses sind einige aus Schweizer (Arbeitgeber-)Sicht auch ganz direkt interessant: Gemäss Trendence zeigen sich die befragten Studierenden mobil, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Sie würden dort arbeiten wollen, wo sie die besten Chancen haben und dafür auch in Kauf nehmen, einen Arbeitsplatz außerhalb ihrer Heimatregion anzunehmen. Es sei ihnen wichtig, Erfahrungen im Ausland zu sammeln und sich durch praktische Tätigkeiten weiterzubilden. Ausserdem arbeiten sie unter anderem lieber unternehmensintern als extern, steigen lieber direkt in praktische Tätigkeiten ein, als Trainee-Programme zu absolvieren, und ziehen eine sichere Anstellung einem schnellen Aufstieg vor.
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Studie findet man hier. (Hans Jörg Maron)
(Grafik: trendence institut)

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