Kanton Basel-Stadt geht doch ins RZ der IWB

14. Dezember 2010, 16:43
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Kein eigenes kantonales Rechenzentrum.

Kein eigenes kantonales Rechenzentrum.
Der Basler Regierungsrat hat heute entschieden, doch kein eigenes kantonales Rechenzentrum (RZ) zu bauen und zu betreiben. Stattdessen werde man sich jetzt im sogenannten Telehouse der IWB (Industrielle Werke Basel) an der Margrethenstrasse 40 einmieten. Dem Entscheid vorausgegangen war die Bewilligung eines Ausbaus des Telehouse vom Verwaltungsrat der IWB.
Hinter der jetzt gewählten Lösung steht ein längeres hin und her. Da die beiden bisherigen RZ der Basler ZID (Zentrale Informatikdienste) am Petersgraben 52 und an der Holbeinstrasse 75 aus sicherheitstechnischen und logistisch Gründen ersetzt werden müssen, sollte ein neues RZ an die Stelle des einstigen Hotels am Steinengraben 51 (S51) gebaut werden. Doch Expertenberichte meldeten auch bei diesem Standort früh Bedenken besonders in Sachen Erdbebensicherheit an. In der Folge wurden mit einer überarbeitete Planung im Februar 2010 beim Grossen Rat doch 27,3 Millionen Franken für den RZ-Neubau beantragt. Elf Standorte sollen damals auf das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis untersucht worden sein. Der Neubau S51 sei zu diesem Zeitpunkt die beste Variante gewesen, weil die IWB noch nicht die von der Verwaltung benötigte RZ-Fläche anbieten konnten, teilt heute der Regierungsrat mit.
Wie dem auch sei, vor drei Monaten änderte sich die Ausgangslage grundlegend. Denn die IWB legten im September eine verbindliche Offerte über die Miete einer sogenannten "Private Suite" als Alternative für das RZ S51 vor. "Das Angebot beruht auf einer noch auszuführenden vierten Ausbauetappe des Telehouses an der Margarethenstrasse 40, die massgeschneidert auf die Bedürfnisse der kantonalen Verwaltung durchgeführt würde", schreibt der Regierungsrat heute. Nach Abwägen der beiden Alternativen hat sich der Regierungsrat nun für die Zusammenarbeit mit den IWB entschieden. Bei vergleichbaren Kosten kann die kantonale Informatikstrategie in Zusammenarbeit mit den IWB besser umgesetzt werden. Das Housing mit der damit verbundenen Energieversorgung, Kühlung und Zutrittssicherheit werden durch die kantonseigene IWB erbracht, die diese Dienstleistungen auch erfolgreich privaten grossen und mittleren Unternehmen anbieten.
Neu sollen nun die derzeitigen vier Bürostandorte der ZID an der Spiegelgasse 2 zusammen geführt wedren. Das einstige Hotel soll umgenutzt oder verkauft werden. Das Zweit-RZ an der Holbeinstrasse 75 wird aufgehoben und in das bestehende Datacenter der EBM nach Münchenstein verlegt. Das Datenfernlager für die Sicherung vor Erdbeben wird bei Bedag in Bern betrieben. (vri)

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