Der Kanton Zug will sich am Aufbau des Nationalen Testinstituts für Cybersicherheit (NTC) mit 7,55 Millionen Franken beteiligen. Dazu kommen 1,4 Millionen Franken für die Schaffung einer zentralen Informations- und Anlaufstelle für KMU (ITSec4KMU). Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsparlament die entsprechenden Kredite, wie er mitteilt.
Die beiden Projekte seien
mit dem Bund abgesprochen und würden von diesem ebenfalls unterstützt, so die Mitteilung. Man möchte in Sachen Cybersecurity "einen wertvollen Input leisten und mit der hiesigen Ansiedlung dieser Institute den Denk- und Werkplatz Zug noch attraktiver machen", begründet Finanzdirektor Heinz Tännler in der Mitteilung den Schritt.
In der Schweiz fehle heute eine Institution, welche die Sicherheit digitaler Produkte prüfen könne. Das NTC soll Abhilfe schaffen und insbesondere die KMU und damit "das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft stärken", so der Regierungsrat.
Hilfe gegen die stetig steigenden Cyberangriffe
Die in letzter Zeit stetig steigenden Cyberangriffe auf Schweizer Unternehmen und Institutionen sowie publik gewordene und grossflächig eingesetzte Spionagesoftware aus dem Ausland zeigen laut dem Zuger Regierungsrat, wie wichtig es für die Bevölkerung und die Wirtschaft sei, in diesem Bereich aktiv zu werden. "Das Einschleusen von Ransomware und die anschliessende Verschlüsselung wertvoller Daten zur Erpressung von Lösegeldern sowie versteckte Hintertüren in Soft- oder Hardware zur illegalen Datenbeschaffung sind eine grosse Bedrohung", sagt Tännler.
Das NTC ist das nationale Kompetenzzentrum für Prüfungen der Cybersicherheit. Es schaffe die nötigen Kapazitäten in Zug mit dem Ziel, die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von cyber-physischen Komponenten unabhängig und vertieft untersuchen zu können. Zu diesem Zweck werde eine eigene Test- und Forschungsinfrastruktur aufgebaut. Das NTC werde eng mit den Hochschulen, privaten Anbietenden von Sicherheitsprüfungen und internationalen Testzentren zusammenarbeiten, heisst es in der Mitteilung weiter.
Die Aufträge dafür kommen von Unternehmen aus der Privatwirtschaft, der Verwaltung und anderen Körperschaften wie Hochschulen oder NGO. Pilot-Prüfaufträge hätten den Machbarkeitsnachweis bereits erfolgreich erbracht, so der Zuger Regierungsrat.
KMU sollen sich mit Security auseinandersetzen
Der zweite Kredit dient dem Aufbau der Anlauf- und Informationsstelle ITSec4KMU, mit der die Widerstandsfähigkeit kleiner Firmen gesteigert werden soll. Man wolle KMU motivieren, sich mit dem Thema Cybersicherheit auseinander zu setzen, minimale Grundschutzmassnahmen umzusetzen oder diese Dienstleistungen von Drittanbietenden in Anspruch zu nehmen.
Zum Angebot zählt laut der Mitteilung eine Informations- und Kommunikationsplattform. Hinzu kommt ein Netzwerk, bestehend aus den KMU selbst sowie verschiedenen Akteuren, die im Bereich Cybersicherheit für KMU in der Schweiz aktiv sind.
"Nachdem in der ersten Phase die Plattform und das Netzwerk in der Deutschschweiz aufgebaut wird, folgen in der zweiten Teilphase das Rollout in der Französisch sprechenden Schweiz und in der letzten Phase die Ausweitung auf die italienische Schweiz", erklärt Tännler.