Kanton Zürich erhält eine Datenschützerin und neue Stellen

16. Dezember 2019 um 12:20
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Domenika Blonski ist zur Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich gewählt worden.

Domenika Blonski ist zur Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich gewählt worden. Die 37-jährige, parteilose Juristin setzte sich in einer Kampfwahl im Kantonsrat knapp gegen den SBB-Datenschützer Claudius Ettlinger durch.
Blonski arbeitet bereits jetzt beim kantonalen Datenschutz, sie leitet die Abteilung Recht und Informationssicherheit. Sie befasst sich nach Eigenangaben seit 12 Jahren mit dem Thema und hat an der Universität Bern doktoriert zum Thema "Biometrische Daten als Gegenstand des informationellen Selbstbestimmungsrechts".
Laut Lebenslauf hat Blonski zudem 2018 einen CAS in Information Security Management am Departement Informatik der Hochschule Luzern gemacht.
Als spezifische Herausforderung ihrer Aufgabe nennt Blonski: "Die technologische Entwicklung ist und bleibt die grosse Herausforderung für den Schutz der persönlichen Freiheit und der Privatsphäre. Künstliche Intelligenz, Digitalisierung auch in sensiblen Bereichen wie Gesundheitswesen und Überwachung mittels neuer Tools (z.Bsp. Videoüberwachung mit Gesichtserkennungssoftware, Bodycams etc.) bleiben auch bei der Digitalisierung der Verwaltung ein grosses Thema." Sie will auch die Bekanntheit des Datenschutzbeauftragten als Kompetenzzentrum erhöhen, wie sie in einem persönlichen Dossier festhält, das Medien zugestellt wurde.
Sie tritt ihre Funktion im Mai 2020 an und kann Leute einstellen. Die kantonale Datenschutzstelle kann nach einem Kantonsratsentscheid nämlich um drei Stellen auf 12,2 FTE ausgebaut werden. Dies gegen den Willen von FDP und SVP.
Der aktuelle Datenschutzbeauftragte, Bruno Baeriswyl, tritt Ende April in den Ruhestand. Er hat seine Stelle 1994 als erster Datenschützer im Kanton Zürich angetreten.
In der Ausschreibung hatte der Kanton Zürich gefordert: "Wir suchen eine führungserfahrene Persönlichkeit mit Hochschulabschluss, vorzugsweise in Rechtswissenschaften. Sie verfügen über ausgewiesene Kenntnisse in Informations- und Kommunikationstechnologie und eine fundierte Berufserfahrung in Datenschutz und Informatik. Mit Grundrechtsschutz, Persönlichkeitsrecht und öffentlichem Recht sind Sie bestens vertraut. Sie interessieren sich für politische Fragestellungen und können die heiklen Themen der Digitalisierung der Verwaltung antizipieren." (mag)

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