KI kann Java-Programmteile erstellen

27. April 2018, 11:28
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Informatiker an der Rice University in Houston, Texas, haben eine Deep-Learning-Applikation entwickelt, die angeblich Software programmieren kann und damit Entwicklern das Leben etwas vereinfachen solle.

Informatiker an der Rice University in Houston, Texas, haben eine Deep-Learning-Applikation entwickelt, die angeblich Software programmieren kann und damit Entwicklern das Leben etwas vereinfachen solle. Insbesondere gehe es darum, die Softwareentwickler durch die wachsende Anzahl von häufig undokumentierten Programmierschnittstellen zu navigieren, schreiben die Entwickler in einer Medienmitteilung. Die Bayou genannte Applikation wird zusammen mit dem Paper "Neural Sketch Learning for Conditional Program Generation" nächste Woche an einer Konferenz in Kanada präsentiert. Eine Demoversion für interessierte gibt es auf askbayou.com.
"Die Leute haben 60 Jahre lang versucht, Systeme zu bauen, die Code schreiben können, aber das Problem ist, dass diese Methoden nicht gut mit Mehrdeutigkeit umgehen können", sagte Bayou-Mitschöpfer Swarat Chaudhuri, Associate Professor für Informatik bei Rice, in der Mitteilung. Es müssten so viele Details darüber angegeben werden, was die Zielapplikation machen müsse, und diese Details auszuformulieren könne genau so viel Arbeit sein, wie nur den Code zu schreiben, sagt er weiter.
Die KI Bayou sei eine Verbesserung. Man müsse nur sehr wenige Informationen eingeben und Bayou versuche, diese zu interpretieren und vorherzusagen, was der Entwickler wolle. Die KI wurde mit Millionen von Java-Code-Zeilen, die von Menschen geschrieben wurden, trainiert. "Bayou hat im Grunde alles auf GitHub studiert und greift darauf zurück, um den eigenen Code zu schreiben", erklärt Chaudhuri.
Beim Programmieren gehe es häufig um APIs, also systemspezifische Regeln, Definitionen und Protokolle, die es einem Code erlauben, mit einem bestimmten Betriebssystem, einer Datenbank oder einer Hardwareplattform zu interagieren. Da es hunderte von APIs gebe, sei die Navigation für Entwickler schwierig und sie würden viel Zeit auf Q&A-Seiten verbringen oder müssten andere Entwickler um Hilfe bitten.
Laut dem Informatiker Vijay Murali, der ebenfalls am Projekt beteiligt ist, können Entwickler jetzt anfangen, einige dieser Fragen bei Bayou zu stellen. Ziel sei es nun, die Softwareentwickler dazu zu bringen, die KI zu erweitern, die unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht wurde. "Je mehr Informationen wir darüber haben, was die Leute von einem System wie Bayou wollen, desto besser können wir es machen", sagt Murlai weiter.
KI liefert die wahrscheinlichsten Antworten
Bayou basiere auf der Methode des "neural Sketchings": Ein künstliches neuronales Netzwerk sei so trainiert worden, dass es in Hunderttausenden von Java-Programmen Muster erkenne. Die KI erstelle von jedem Programm eine "Skizze" und verknüpfe diese mit einer "Absicht", die vermutlich hinter dem Programm steckt, wie der Vorgang in der Mitteilung beschrieben wird.
Wenn ein Bayou-User Fragen stelle, versucht das System die Absicht zu erkennen und entscheide, welches Programm es schreiben solle. Es erstelle Skizzen für einige der wahrscheinlichsten Programme, die der Benutzer wünschen könnte. Basierend auf dieser Vermutung werde ein separater Teil der KI zudem vier oder fünf verschiedene Code-Blöcke erzeugen. "Es wird diese dem Benutzer wie Treffer bei einer Websuche präsentieren. Das ist wahrscheinlich die richtige Antwort, aber hier sind noch weitere, die Sie vielleicht suchen." (kjo)

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