Kleine Firmen beurteilen Cyber-Risiken geringer

6. Juli 2020 um 10:27
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Dennoch wollen insbesondere Kleinstunternehmen in ihre Security-Massnahmen investieren, zeigt eine Befragung von Digital-Lichtenstein.

Im Rahmen der Kampagne "Cyber Security", die Digital-Liechtenstein im Herbst 2019 lanciert hat, wurden Unternehmen zu ihrer Security befragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als die Hälfte der befragten Liechtensteiner Unternehmen bereits von einem Cyberangriff betroffen waren. Die häufigsten Angriffsarten waren Phishing (39%) sowie Malware (26%) und Denial-of-Service (16%). Datendiebstahl, Ransomware sowie andere Angriffsarten fielen mit jeweils rund 10% deutlich geringer aus. Lediglich 5% beklagten Insider-Bedrohungen, so die Ergebnisse der Befragung.

Je kleiner die Firma, desto geringer wird das Risiko eingestuft

Fast 90% der Befragten schätzen das Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden, für Unternehmen in Liechtenstein als mittel bis hoch ein. Interessanterweise, so die Autoren, werde das Risiko für das eigene Unternehmen oft deutlich geringer eingeschätzt. Während sich bei grossen Unternehmen die allgemeine Risikowahrnehmung mit jener für das eigene Unternehmen decke, sei insbesondere bei Kleinstunternehmen die Risikowahrnehmung grundsätzlich geringer. Auch wenn kleine Firmen für Cyberkriminelle uninteressanter sein könnten, sei dies eine gefährliche Entwicklung, schreiben die Studienautoren.

Unternehmen sehen Aufholbedarf

Angesicht der Cyberbedrohungen überrasche es nicht, dass sich die Mehrheit der Unternehmen in den nächsten 2 Jahren in hohem oder sehr hohem Masse mit dem Ausbau der Cybersicherheit beschäftigen will. Vor allem grosse Unternehmen mit über 250 Mitarbeitenden planen Investitionen.
Aber auch Kleinstunternehmen gaben überdurchschnittlich häufig an, sich vermehrt mit dem Thema beschäftigen zu wollen. Dieser Effekt habe wahrscheinlich damit zu tun, dass die kleinen Firmen einen grossen Nachholbedarf sehen, weil die Security bei ihnen bisher nicht ausreichend adressiert worden sei, schliessen die Autoren.
Grundsätzlich seien die Unternehmen in Liechtenstein gut gegen Angriffe geschützt. Ein hoher Anteil der Firmen verfüge über die gängigen Vorkehrungen wie ein Sicherheitskonzept, adäquate rollenbasierte Zugriffskontrollen und Tools zur Datensicherung sowie Firewalls und Phishing-Schutz.

Das muss noch auf die Agenda

Aber die Studie zeigt auch ein paar Baustellen auf, mit denen sich Unternehmen beschäftigen sollten. So hätten fast 20% keine aktuelle Dokumentation ihrer IT-Infrastruktur. Bei einem Drittel der Liechtensteiner Firmen mit weniger als 50 Angestellten fehle ein zentrales Management und eine Konfigurationsüberwachung der Endgeräte. Weniger als 40% der Befragten würde eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden. Angesichts der steigenden Risiken durch entwendete Passwörter sei dieser Wert eindeutig zu gering, heisst es.
Als positiv herausgestrichen wird, das je über 90% angaben, Updates und Patches zeitnah einzuspielen und über eine Backup-Strategie zu verfügen.
Verbesserungspotenzial gebe es aber bei der Definition von Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Plänen.
Die Autoren empfehlen ferner einen stärkeren Einbezug von externen Leistungen. Outsourcing von Security-Dienstleistungen würde von mittleren Unternehmen bereits häufig genutzt und insbesondere Kleinstfirmen könnten vermehrt von externem Know-how profitieren. 
Digital-Liechtenstein hat die Befragung in Zusammenarbeit mit der Universität Liechtenstein online zwischen November 2019 und Ende Januar 2020 durchgeführt. Berücksichtigt wurden 109 Antworten von Business- und IT-Entscheidern. Die vollständigen Ergebnisse sind online verfügbar. 

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