Verlief die Front im Streit um Preise und Qualitäten von Druckertinte bislang fein säuberlich zwischen Markenanbietern und No-Name-Nachfüllern, so legt sich Kodak jetzt mit beiden Seiten an. Das Angebot: Kodak-Qualität zum halben Preis der Markenhersteller.
Es geht um einen Markt, der laut Lyra Research jährlich rund 45 Milliarden US-Dollar umsetzt. Es geht um Tintendrucker, Nachfülltinte und Papier und es geht darum, dass bislang subventionierte Hardware, sprich Drucker, die Total Costs of Ownership (TCO) verschleieren. Auch wenn Kodak in seiner Meldung zum Einstieg in das Drucker- und Tintengeschäft bei den Preisvergleichen stets von "anderen führenden Herstellern" spricht so geht es doch auch um HP.
Dementsprechend stehen nicht die drei Druckermodelle Kodak Easyshare 5100, 5300 und 5500 All-in-One im Vordergrund der Meldung, sondern die Kostenkalkulation für den Anwender. Immerhin hat das Unternehmen berechnet, dass Markentinte bislang für 4000 bis 5000 US-Dollar pro Gallone (~3,785 Liter) an den Mann respektive die Frau gebracht wurde, was Kodak als Umsatzbremse sieht. Verglichen mit bisherigen Markenprodukten verspricht Kodak ein Halbierung der Kosten sowohl beim Schwarz-Weiss-, als auch beim Farb- und Foto-Druck. Gleichzeitig will das Unternehmen neu Massstäbe bei der Bildqualität setzen. Bei üblicher Aufbewahrung im Haushalt, also eher in der Schublade, als im Sonnenlicht, verspricht Kodak lebenslang brillante Bilder.
Die drei Multifunktionsgeräte für Druck, Scan und Kopie, die sich lediglich in der erweiterten Ausstattung unterscheiden, so verfügt der Easyshare 5500 AiO zusätzlich über eine Fax- und Duplex-Einheit, so wie über ein 2,4 Inch Display und einen Papiereinzug, sollen in Europa ab Mai verfügbar sein. Hiesige Preise stehen noch nicht fest, in den USA, wo die beiden kleinen Modelle schon ab März erhältlich sein sollen, liegen die empfohlenen Verkaufspreise bei 149,99, 199,99 und 299,99 US-Dollar. Bei den Preisen für Druckerpatronen nennt die Pressemitteilung 9,99 Euro für die Schwarz- und 14,99 Euro für die Kombi-Farbpatrone. Damit würde man aber nicht nur HP sondern gleich noch allen Anbietern von Nachfüll-Tinten und Kartuschen das Wasser abgraben. Wie sagte Antonio M. Perez, Vorsitzender und CEO von Eastman Kodak: "Der Markt für Tintendrucker wird nach heute nie wieder so sein wie zuvor." Der Mann könnte Recht haben (tm)