Oliver Schärli wird neuer Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Er tritt die Nachfolge von Dominique Babey an, der im Februar kurz nach Bekanntwerden der Korruptionsaffäre im Seco
zurückgetreten war.
Als Bereichsleiter war Babey der direkte Vorgesetzte des Hauptverdächtigen, der Anfang Februar verhaftet worden war. Babeys Rücktritt wenige Tage später erfolgte laut Seco aus gesundheitlichen Gründen. Babey steht dem Seco aber weiterhin beratend und für Spezialaufgaben zur Verfügung.
Wie viel er von den Vorgängen in seinem Bereich wusste, ist bisher nicht bekannt. Auf Anfrage verwies Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, auf die laufende Administrativuntersuchung sowie auf die Strafuntersuchung der Bundesanwaltschaft.
Die Korruptionsaffäre war Ende Januar aufgedeckt worden. Demnach soll ein Seco-Ressortleiter zusammen mit Komplizen IT-Unternehmen überteuerte Aufträge in Millionenhöhe zugeschanzt haben. Im Gegenzug sollen die Verdächtigen Geschenke angenommen haben.
Schärli arbeitet seit 2007 beim Seco, ab Sommer 2012 war er Stellvertreter von Babey. Dass er ebenfalls in die Korruptionsaffäre verstrickt ist, schliesst Zürcher aus: Schärli, der die Funktion erst seit knapp zwei Jahren innehabe, habe nichts von den Unregelmässigkeiten wissen können und habe auch nicht damit zu tun, schreibt Zürcher in einer Stellungnahme.
Schärli übernimmt die Leitung des Bereichs am 1. September. Anders als sein Vorgänger Babey wird er aber nicht Zürchers Stellvertreter. Diese Funktion übt Peter Gasser, Leiter des Bereichs Personenfreizügigkeit und Arbeitsbeziehungen, seit 1. Juni aus. (sda/mim)